Der TSV hat endlich klare Verhältnisse geschaffen und deutlicher als erwartet
erklärt, wer bei den Löwen willkommen ist und wer nicht. Damit sind Kennzeichen, die von
der »Rechten Szene« benutzt werden, ausnamslos untersagt und die Schlupflöcher
zur Pseudo-Uniformierung geschlossen. Wir wissen alle, dass in Jacken bestimmter Hersteller nicht
automatisch Nazis drinstecken, hoffen allerdings auf Verständnis, dass so eine Aktion nur dann
wirkt, wenn sie konsequent durchgeführt wird. Hier der Originaltext (auf
die Darstellungen verzichten wir; die Erklärungstexte sind hier leicht gekürzt)
des zum Rückrundenstart 2008 verteilten Flyers
1860 gegen Gewalt, Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung
LIEBE LÖWEN-FANS!
Um ein deutliches Zeichen gegen Gewalt, Rassismus, Antisemitismus und jedwede Art der
Diskriminierung zu setzen, hat der TSV 1860 München die Hausordnung bei seinen Spielen in der
Allianz Arena in München um nebenstehende Passage erweitert.
Jeder von uns kann dazu beitragen, indem wir klar und deutlich Stellung beziehen und zeigen,
dass wir mit Besuchern, die eine rechtsradikale, fremdenfeindliche oder diskriminierende Haltung
offen legen, nicht in einem Block stehen wollen. Der Einlass wird für Zuschauer, die durch
ihr Auftreten eindeutig der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind, etwa durch eindeutige
Tätowierungen oder andere Aufdrucke auf Kleidungsstücken, verwehrt. Wir möchten
Euch zusätzlich für diese Thematik sensibilisieren und haben auf der Innenseite des
Flyers die in der Bundesrepublik offiziell verbotenen sowie beispielhaft von uns nicht
zugelassenen Symbole aufgeführt. Wenn Ihr diese so oder in abgewandelter Form seht, macht
deutlich, dass derjenige unerwünscht ist, indem ihr unseren Ordnungsdienst auf die
betreffenden Personen hinweist und so dafür sorgt, dass sie aus dem Stadion verschwinden!
Zudem wird Besuchern, die folgende Kleidungsmarken bzw. Schriftzüge auf
Kleidungsstücken tragen, kein Einlass mehr in die Allianz Arena gewährt:
- Consdaple
- Ultima Thule
- Thor Steinar
- Masterrace
- Landser
- H8wear
DIE HAUSORDNUNG DER ALLIANZ ARENA MÜNCHEN WURDE BEI SPIELEN DES TSV 1860 MÜNCHEN UM
NACHFOLGENDE PASSAGE ERWEITERT:
§ 5,7. Als deutliches Zeichen gegen Gewalt, Rassismus, Antisemitismusund jedwede Art der Diskriminierung ist es verboten
a) Kleidung, Fahnen, Transparente, Aufnäher und
ähnliches mitzuführen oder zu tragen, deren Aufschrift geeignet ist, Personen aufgrund
ihrer/ihres Hautfarbe, Religion, Herkunft, Geschlechts oder sexuellen Orientierung zu diffamieren
oder deren Aufschrift Symbole zeigt, die verfassungsfeindlich sind oder nach anerkannter Ansicht
im rechtsextremen bzw. fremdenfeindlichem Bereich anzusiedeln sind; entsprechendes gilt für
sichtbare Körpersignaturen dieser Art.
b) Kleidungsstücke mitzuführen oder zu
tragen, deren Hersteller, Vertreiber oder Zielgruppe nach anerkannter Ansicht im rechtsextremen
oder fremdenfeindlichen Bereich anzusiedeln sind.
c) rassistisches, fremdenfeindliches,
Gewalt verherrlichendes, diskriminierendes sowie rechts- und/oder linksradikales
Propagandamaterial in die Anlage einzubringen.
d) Äußerungen, Gesten oder Parolen
zu zeigen oder zu rufen, die nach Art oder Inhalt geeignet sind, Personen aufgrund ihrer/ihres
Hautfarbe, Religion, Herkunft, Geschlechts oder sexuellen Orientierung zu diskriminieren.
Personen, die gegen diese Vorschriften verstoßen, wird der Zugang zur Anlage verweigert bzw.
werden der Anlage verwiesen und verlieren ein evtl. bestehendes Recht auf Rückerstattung des
Eintrittsgeldes sowie auf Zahlung etwaiger Schadenersatzansprüche. Weitere Rechtsmittel
behält sich der Veranstalter ausdrücklich vor.
EINE AKTION DER TSV MÜNCHEN VON 1860 GmbH & Co. KGaA UND SEINER FANS.
WIR BEDANKEN UNS AUSDRÜCKLICH FÜR DIE INITIATIVE UND TATKRÄFTIGE
UNTERSTÜTZUNG DURCH DIE LÖWENFANS GEGEN RECHTS SOWIE FÜR DIE MITWIRKUNG DURCH DAS
FANPROJEKT MÜNCHEN.
Die Zielgruppe dieser Kleidungsstücke ist nach unserer und anerkannter Ansicht sehr oft im
rechtsextremen oder fremdenfeindlichen Bereich anzusiedeln. Die oben genannten Kleidungsmarken
sind beispielhaft und nicht abschließend.
Das Ziel dieser Aktion ist es, dass nicht nur die Kleidung selbst aus unserem Stadion
verschwindet, sondern dass die Träger dieser Kleidungsstücke nicht mehr die
Möglichkeit bekommen sollen, ihre fremdenfeindliche und antisemitische Einstellung in unserem
Stadion offen zur Schau zu stellen. Wer mit derartigem Gedankengut sympathisiert, ist bei uns
Löwen nicht willkommen!
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND VERBOTENE SYMBOLE
Das öffentliche Zurschaustellen folgend genannter Symbole ist strafbar nach
§ 86a StGB:
- Aktion Ausländerrückführung (AAR): Als Unterorganisation der
ANS/NA ist die AAR ebenfalls vom Verbot durch das Bundesinnenministerium am 24.11.1983
betroffen.
- Blood & Honour: Der Name der im September 2000 vom Bundesinnenministerium
verbotenen Neonazigruppierung lehnt sich an den Wahlspruch der SS (Blut und Ehre) und die
Nürnberger Rassegesetze der Nationalsozialisten an. Der Name wird oftmals als B&H oder
als Zahlencode 28 (zweiter und achter Buchstabe des Alphabets BH) abgekürzt.
- Deutsche
Alternative (DA): Die DA wurde als bundesweite Organisation mit Sitz in der ehemaligen DDR im
Dezember 1992 durch das Bundesinnenministerium verboten.
- Direkte Aktion
Mitteldeutschland/JF (DA/JF): Symbol des 1995, eineinhalb Jahre nach seiner Selbstauflösung,
vom brandenburgischen Innenministerium verbotenen Neonazivereins, einer Nachfolgeorganisation der
Nationalistischen Front.
- Doppel Sig Rune: 1933 erhielt der Grafiker Walter Heck den
Auftrag, ein Symbol für die SS zu entwickeln. Heck verdoppelte die Sig-Rune als visuelle
Alliteration für die zwei »S« der Schutzstaffel. Die Doppel-Sig-Rune ist
dementsprechend als Kennzeichen einer verbotenen Organisation strafbar. Als nicht verbotenes
Ersatzsymbol wird oft das schwarze Sonnenrad verwendet.
- Freiheitliche Deutsche
Arbeiterpartei (FAP): Die FAP wurde 1995 vom Bundesinnenminister verboten. Ihr Symbol, der
Zahnenkranz, der in der NS-Zeit das Hakenkreuz umrahmte, wurde auch von der
nationalsozialistischen »Deutschen Arbeitsfront« verwendet.
- Gau-Abzeichen/Gau-Dreieck: Meistens ein Dreieck mit dem Namen des jeweiligen Bundeslandes bzw.
»Gau« (z.B. Schlesien) in weißer Schrift auf schwarzem Grund, manchmal auch ein
Rechteck mit weißer Schrift. Durch die Anlehnung an die Abzeichen, die an den Uniformen der
Hitlerjugend getragen wurden, gelten die sogenannten Gau-Dreiecke mittlerweile als Kennzeichen
verbotener Organisationen.
- Hakenkreuz: Als sogenanntes Sonnenrad galt es in vielen alten
Kulturen als Zeichen für Fruchtbarkeit und Leben. Die NSDAP nutzte es als »Heils-Symbol
der Arier«.
- Hakenkreuz negativ: s.o. Gilt darüber hinaus als Symbol der 1983
verbotenen »Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten« (ANS/NA) des an
AIDS verstorbenen Neonazianführers Michael Kühnen.
- Hakenkreuz seitenverkehrt:
s.o.
- Heimattreue Vereinigung Deutschlands (HVD): Die HVD, Auffangbecken für ehemalige
Mitglieder der NO, wurde im Juli 1993 vom Innenministerium Baden-Württemberg verboten.
- Kameradschaft Oberhavel: Die Kameradschaft Oberhavel wurde im August 1997 durch das
brandenburgische Innenministerium verboten.
- Nationale Liste (NL): Die NL wurde 1992 vom
Bundesinnenminister verboten.
- Nationale Offensive (NO): Die neonazistische Sammlungspartei
NO wurde ebenfalls vom Bundesinnenministerium im Dezember 1992 verboten.
- Nationaler Block
(NB): Der NB, Ersatzorganisation für ehemalige Mitglieder der DA in Bayern, wurde im Juni
1993 vom bayrischen Innenministerium verboten.
- Nationale Sammlung (NS): Die NS wurde im
Januar 1989 vom Bundesinnenministerium verboten.
- Nationalistische Front (NF): Die NF wurde
1992 vom Bundesinnenministerium verboten.
- Odal-Rune: In der germanischen Mythologie steht
die Odal-Rune für Besitz oder Eigentum. Sie war zur NS-Zeit das Symbol der Hitlerjugend. Die
1995 verbotene »Wiking-Jugend« (WJ) verwendete die Odal-Rune ebenso wie der verbotene
»Bund Nationaler Studenten« (BNS). Das Verbot der Organisationen erstreckt sich auch
auf ihre Symbole.
- Reichskriegsflagge: Die Flagge war die Kriegsflagge des Norddeutschen
Bundes und des Deutschen Reichs von 1867 bis 1921. Von den Nationalsozialisten wurde die
Reichskriegsflagge bis 1935 ohne das Hakenkreuz verwendet, danach kam das Hakenkreuz hinzu. Das
öffentliche Zeigen/Tragen der Reichskriegsflagge ohne Hakenkreuz wird in den
Bundesländern unterschiedlich geahndet. In Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Berlin,
Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland stellt das öffentliche Zurschaustellen
einen »Verstoß gegen die öffentliche Ordnung« dar; die Fahne wird dann
eingezogen. Das Zurschaustellen der Reichskriegsflagge mit Hakenkreuz ist strafbar.
- Sieg/Sig Rune: Die Sig-Rune war ein altes germanisches Symbol für Thor, den Donnergott
undsoll den Blitz symbolisieren, der schon in der germanischen Mythologie für
»Sieg« und »Lösung« stand. Die einfache Sig-Rune war bis 1945 das
Abzeichen des »Deutschen Jungvolkes«.
- Sig Rune mit waagerechten Spitzen: s.o.,
Kennzeichen der verbotenen »Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationaler Aktivisten«
(ANS/NA).
- Sturmabteilung (SA)
- Swastika-Kreuz: Das altindische Symbol gilt als
verändertes Hakenkreuz. Es wurde in ähnlicher Form in den Symbolen des »Deutschen
Frauenwerkes« und der »NS-Frauen-schaft« verwendet.
- White Youth: Das
Kennzeichen der im September 2000 vom Bundesinnenministerium verbotenen Jugendorganisation von
»Blood & Honour« besteht aus einem roten Dreieck und einer schwarzen Triskele auf
einem weißen Kreis in der Mitte.
- Wolfsangel, Gibor Rune: Diese Rune zierte u.a. die
Dolche der SS und die Armbinden von vier SS-Panzer-Divisionen und galt als
»Werwolf«-Symbol. Die »Wanderjugend Gibor« eine
Nachfolgeorganisation der verbotenen »Wiking Jugend« (WJ) und die verbotene
»Junge Front« (Jugendorganisation der 1982 verbotenen VSBD/PdA) verwenden die
Wolfsangel in ihren Logos.
- Wolfsangel (quer): Zeichen für
»HJ-Adjutant«.
Vom TSV 1860 München nicht erlaubte Symbole
NACHFOLGEND EINIGE BEISPIELE FÜR SYMBOLE ODER ABZEICHEN, DIE VOM TSV 1860 MÜNCHEN
UNTERSAGT WERDEN. DAZU GEHÖREN JEGLICHE KLEIDUNG, FAHNEN, TRANSPARENTE, AUFNÄHER
O.Ä., DEREN AUFSCHRIFT PERSONEN AUF GRUND IHRER/IHRES HAUTFARBE, RELIGION, HERKUNFT,
GESCHLECHTS ODER SEXUELLEN ORIENTIERUNG DIFFAMIERT ODER GEWALT VERHERRLICHT. NATÜRLICH IST
DIESE LISTE UNVOLLSTÄNDIG. JEDER SOLLTE IM ZWEIFEL AUF HIER NICHT GELISTETE SYMBOLE ODER
ABZEICHEN VERZICHTEN, DIE DEN ANSCHEIN EINER DERARTIGEN GESINNUNG ERWECKEN KÖNNEN.
- 88 Heil Hitler: Die Zahl 88 steht für die verbotene
Grußformel »Heil Hitler«. Das H ist der achte Buchstabe im Alphabet.
- 14 14 Words: Damit sind die 14 Worte des us-amerikanischen
Ku-Klux-Klan-Anhängers und inhaftierten Gewalttäters David Lane gemeint. Die Formel
lautet: »We must secure the existence of our people and a future for white childen.«
(»Wir müssen den Fortbestand unserer Rasse bewahren und die Zukunft der weißen
Kinder sicherstellen.«)
- C18 Combat 18: Hinter C 18 verbirgt sich der
Bezug zur britischen Neonazi-Terror-Gruppierung »Combat 18«, die Zahl steht für
AH, Adolf Hitler, »Combat« bedeutet »Kampf«. Als Symbol wird oftmals der
SS-Totenkopf verwendet.
- Reichskriegsflagge
- SCREWDRIVER: Symbol der
White-Power-Band »SCREWDRIVER«
- White Power Faust: Die Faust dient zumeist als
bildliche Darstellung des Begriffs White Power. Viele Neonazis sehen in der Neonazi-Szene die
White-Power-Bewegung. Auch dafür steht das Symbol der Faust.
- WPWW White
Pride World White: »Weißer« Stolz weltweit
- RaHoWa Racial
Holy War: Parole des weißen Rassismus
- 311 KKK KU KLUX
KLAN: Kennzeichen des Ku-Klux-Klans, der ältesten rechtsextremen und rassistischen
Gruppierung der USA bekannt für Lynchmorde an AfroamerikanerInnen und extremen
Antisemitismus. Das Abzeichen des KKK ist lediglich in Brandenburg strafbar. Neonazis operieren
anstelle von klar erkennbaren Symbolen oft mit Zahlencodes. Für das Symbol des KKK wird
alternativ die Zahl 311 verwendet. Sie steht für drei mal den elften Buchstaben des
Alphabets: KKK.