WIR TRAUERN UM DIE FANKULTUR BEIM TSV 1860 MÜNCHEN
Beim ersten Saison-Auswärtsspiel des TSV-II in Mannheim am 15.8.2008 wurden aus der Menge
der 60er-Fans heraus Signalgeschosse in Richtung Spielfeld abgefeuert; das Spiel wurde für
1/2 Stunde unterbrochen. Alle relevanten Fan-Organisationen, insbesondere auch die CN,
verurteilen derartige Gefährdungen anderer Menschen und arbeiten seit Jahren darauf hin,
dass Derartiges jedenfalls aus eigenen Reihen nicht passiert bisher mit Erfolg.
Die CN legt Wert auf die Feststellung, dass die Täter weder aus den Reihen noch aus dem
Umfeld ihrer Fangruppe kamen.
Den Ordnungskräften gelang es nicht, den/die Täter dingfest zu machen, ebenso wie sie
offensichtlich unfähig waren, einen massiven Angriff Mannheimer »Fans« mit
Flaschen- und Steinwürfen auf die nach dem Spiel in der Gästekurve verbliebenen
Löwen sowie auf Mannschafts- und Fanbusse zu verhindern.
Das alleine ist traurig genug. Doch die Führung von TSV-e.V. und KGaA hat dies noch getoppt
und wird ihr Vorgehen bei der nächsten Delegiertenversammlung rechtfertigen müssen:
Am 21.8.2008 wurde über die Presse angekündigt, künftig die CN bzw. deren
Fahnen und Symbole zu verbieten, darüber hinaus Stadionverbote nach wilhelminischer Tradition
der Sippenhaft auszusprechen:
»Erstmals wird der TSV
1860 München auch eine Fan-Gruppierung kollektiv zur Verantwortung ziehen«
(Zitat tsv1860.de¹).
Noch dazu war man sich nicht zu schade, diese offizielle Kampfansage mit Bildern, die
völlig andere Szenen an einem anderen Ort darstellen, demagogisch zu verfälschen. Dies
muss wohl als zumindest schwer vereinsschädigendes Verhalten seitens der Vereinsführung
gewertet werden; eine andere Interpretation gibt es nicht.
Selbstverständlich wurde diese Aktion nicht mit dem für solche Dinge zuständigen
und obendrein öffentlich finanzierten Fanprojekt abgesprochen, was de facto eine
Rückkehr zur Vereinslinie vor dem 9.3.2004 bedeutet.
Die Löwenfans gegen Rechts verurteilen diesen Vertrauensbruch und die Kampfansage von
Vereinsführung und KGaA gegen treue Fans unserer Löwen aufs Schärfste und fordern
schonungslose Aufklärung, Rücknahme sowie eine offizielle Entschuldigung bei den
Betroffenen wie auch bei all denen, die man damit vor den Kopf gestoßen hat.
Mit dieser Aktion hat die Führung von e.V. und KGaA die Arbeit auch die
unsere von über vier Jahren weg von der Ausgrenzung, hin zu einer gemeinsamen
Fan-Kultur ad absurdum geführt.
ALS LÖWENFANS GEGEN RECHTS BEKUNDEN WIR HIERMIT UNSERE SOLIDARITÄT MIT
UNSEREN FREUNDEN DER CN!
Hier besagter Artikel, Stand 22.8.2008, als »screendump«, falls es
jemand nicht glaubt:

Wir haben
uns erlaubt, die beiden besonders fraglichen Absätze mit einem senkrechten schwarzen Balken zu
kennzeichnen. Die Bildschirmfotografie ist vom 22.8.2008 gegen 22 Uhr; ohne dass wir dies beweisen
können, scheint sie im Vergleich zur Vortagsversion schon ein wenig entschärft zu
sein.
Wir distanzieren uns ausdrücklich von der propagandistischen
Darstellung des Sachverhaltes.
Dieses Bild stammt offensichtlich aus dem
Archiv und hat nichts mit dem Artikel zu tun, den es vermeintlich illustriert.
So geht das nicht, wirklich nicht.
TERMINE
Hier gibt es aktuelle Nachrichten und Gerüchte rund um den TSV, manchmal auch über den
eher unbedeutenden Rest der Welt. Manche Dinge bleiben hier drin, weil sie dauerhaft aktuell sind,
andere deshalb, weil sie noch keinem anderen Thema vernünftig zugeordnet sind. Wer beitragen
will, ist natürlich herzlich willkommen, aber wir sind meistens ja doch schneller
;o)
22.8.2008
AKTUELLES
Neues Präsidium
27.5.2008: Pünktlich zur Geisterstunde tritt nach
einer Marathon-Aufsichtsratssitzung ein neues Präsidium vor die Presse: Rainer Beeck, Franz
Maget und Michael Hasenstab. Maget spricht von »Neuanfang«. Wir wünschen dem Team
alles Gute. Es gibt viel zu tun
Altes Präsidium
26.5.2008: Albrecht von Linde und Karsten Wettberg
haben das unrühmliche Gerangel mit Ziffzer, Trenkwalder und Arge nicht überstanden. Wir
sagen hier ausdrücklich vielen Dank, auch für die Art der Amtsübergabe ohne weiteren
Schaden für den TSV. Auch wenn das ein paar Leute anders sehen Linde und
Wettberg haben die Weichen gestellt für eine Löwen-Zukunft jenseits der altbekannten
Seilschaften.
Heimatabend
24.5.2008: Das XX-Tausend-Fest war bis auf den
Wurstsalat, der sich nach einem unverdienten 0:1 wieder vom Rasen schlich ein
unvergessliches Erlebnis. Über 12000 Löwen feierten ihre U-23 in der alten Heimat. Wer
nicht dabei war, hat etwas verpasst. An dieser Stelle ein Dankeschön an die Dritte Mannschaft
»grün-weiß München«, die sich diesmal freundlich und dezent im
Hintergrund hielt, ohne unsere weiß-blaue Farbenpracht zu verunstalten.
GF gesucht
11.5.2008: Nach dem gerade-noch-Klassenerhalt der Profis und
einer grenzwertigen Pressekonferenz ist Dr. Stefan Ziffzer nicht mehr Geschäftsführer
der KGaA. Ein Nachfolger wird gesucht; Bewerbungen bitte an das Präsidium des TSV 1860,
Grünwalder Str. 114, 81547 München. Zitat
Sport1.de¹:
[Ziffzer:] »Dieser Präsident
ist eine Schande.« Von Linde hielt ihm kurz darauf entgegen: »Sie sind fristlos
entlassen.« Inzwischen
(15.5.) ist klar, dass beide Vize
mit unterzeichnet haben. Nach einer Medien-Schlammschlacht mit einer für das eher ruhige
Oberbayern unüblichen Dynamik hat Albrecht von Linde deutlich gemacht, dass er keineswegs an
seinem Amt klebt und zu einer geordneten Übergabe an einen geeigneten Nachfolger bereit ist.
Für September 2008 war sowieso eine Rotation innerhalb des Präsidiums vereinbart
(mit Steiner, der allerdings sein Vize-Amt nie wirklich antrat).
KICKER,
KÄMPFER UND LEGENDEN, Ausstellung in der ev. Versöhnungskirche Dachau (Mai-September 2008)
Jüdische
Sportler, Funktionäre und Journalisten haben den Fußball in Deutschland entscheidend
geprägt. 1933 waren ihre erfolgreichen Karrieren schlagartig beendet. Bis zum 10. November
1938 durften Juden nur noch in jüdischen Vereinen spielen. Danach wurden alle
Sportaktivitäten für sie verboten, und sie teilten das Schicksal aller europäischen
Juden.
Nicht lustig:
Am 26.2.2008 drangen bisher Unbekannte in das umzäunte
Gelände des GWS ein, beschmierten die Wand des Aufgangs G-H sowie den Sockel der Anzeigetafel
und strichen den oberen Westkurvenbereich flächendeckend an allerdings in einer
nicht zu tolerierenden Farbgebung.
VERSAMMLUNGSGESETZ
In Bayern soll
demnächst strafbar sein, wenn sich zwei bis drei Leute mit gleichen Schals öffentlich
auf der Straße unterhalten. Nachdem nun mal auch Löwen als Versuchstiere für
Bürgerkriegs-Übungen des SEK herhalten müssen, geht uns das mehr an als uns lieb
ist. Näheres und Aktuelles dazu bei
Verdi München.¹ Nötigenfalls
dort etwas suchen.
Stadionverbote
Am 21.2.2008 wurde bekannt, dass der TSV 38 bundesweite
Stadionverbote verhängt hat. Wir werden hierzu Stellung nehmen, sobald konkrete Einzelheiten
auch außerhalb der Gerüchteküche bekannt werden. Wir sind gegen grundlose und
willkürliche Hausverbote, haben allerdings auch keine Lust, uns versehentlich für die
falschen Leute einzusetzen. Wir bleiben dran.
Hausordnung
Zur Rückrunde 2008 hat der TSV per Hausordnung die
Einlassbestimmungen der Stadionordnung erweitert. Ziel ist, ein eindeutges Zeichen gegen Rassismus
und Diskriminierung jeder Art zu setzen. Die Umsetzung wird kontrovers diskutiert das
darf und soll so sein , doch begrüßenswert ist auf alle Fälle, dass
jetzt eindeutige Regelungen bestehen, an denen man sich nicht vorbeimogeln kann. Definitiv haben
Besucher, die Erkennungszeichen der »rechten Szene« tragen, keinen Einlass mehr. Dazu
gehören auch Kleidermarken wie Thor Steinar. Damit soll keine Schikane gegen bestimmte
Modegegenstände und deren Träger ausgeübt werden, sondern es soll verhindert werden,
dass die Zielgruppe mit entsprechender Pseudo-Uniformierung weiter versucht, einzelne Blöcke
zu dominieren. Zitat TSV: »Wer mit derartigem Gedankengut sympathisiert, ist bei uns
Löwen nicht willkommen!«
DFB-Pokal
Am 29. Januar 2008 trafen Dany Schwarz (2:1, 83.), Mustafa
Kučuković (2:2, 85.) und Fabian Johnson (2:3, 88.) in Aachen. Das Viertelfinale am
27.2. scheiterte in letzter Minute der Verlängerung vielen Dank an die
Foulspiel-Strategen Weltklasse geht anders. Schade, das war ein unglaublich guter
Kampf unserer Löwen! Der Wackelsieger darf sich nun (28./29.3.) am
VfL Wolfsburg messen, Dortmund an Jena. Das losgrlück beschert den
»Großen« Heimspiele und der Liga entsprechende Unsätze.
Ama-Testspiel 1:1
26. Januar 2008 Beim Verkauf der
Arena-Anteile übersahen hochdotierte Fachleute des TSV eine alte Vereinbarung, dass bis 2025
jährlich ein »Freundschafts-Derby« ausgetragen werden muss, und zwar finanziell
komplett zugunsten der Arena-Finanzierung. Während U.
H.
groß auftrumpfte: »Wir nehmen das Derby sehr ernst und werden volle Pulle spielen, um
zu gewinnen«
(ZDF Sport,
24.1.¹), bot 1860-Trainer Kurz im Hinblick auf das bevorstehende Pokalspiel eine
leicht verstärkte U-23 auf, die dann mit dem 1:1 von Manuel Duhnke in der 75. Minute klar
machte, dass ein Heimsieg gegen 60 mindestens so schwierig ist wie ein Auswärtssieg gegen
Bielefeld.
60er bleibt
Am Abend des 11.12.2007 kamen Zeitungsberichte, dass unser
»Sechzger« jedenfalls erst einmal bis 2018 bleibt! Vize Franz Mageth: »Wir haben
in aller Stille verhandelt mit Erfolg. Emotional ist der Beschluss von großer
Bedeutung für den TSV 1860 München. Ich kann sogar sagen: das ist ein schönes
Weihnachtsgeschenk für die Löwen!« Die
offizielle
Seite¹ des TSV: »Die Stadtverordnetenversammlung muss der Empfehlung von Ude und
Strobl allerdings noch zustimmen. Dies scheint jedoch nur noch eine Formsache zu sein.« Die
Fans sehen diese Entwicklung natürlich auch als großen Erfolg der »Freunde des
Sechz'gerstadions«
(FDS) und X/XX-Tausend.
Polizei beim Derby 9.12.07
Erklärung der LFGR zu einem völlig
indiskutablen Polizeieinsatz
siehe unten
Delegiertenversammlung 2007
Die DV 2007 (17.11.)
verlief insgesamt positiv; alleine die ca. 30 Prozent Gegenstimmen zur Bestätigung des neuen
Präsidenten hinterlassen einen seltsamen Beigeschmack, da vorher keine Redebeiträge mit
Argumenten für dieses Abstimmverhalten kamen.
Präsidium
Am 15. März 2007 wurde ein neues Präsidium vom
Aufsichtsrat bestellt: Albrecht von Linde mit Otto Steiner und Karsten Wettberg als Vizes. Der
Arge-Kandidat Steiner trat, je nach Quellenlage, aus Zeitmangel oder wegen grundlegender
Differenzen am 11. Juli zurück. Am 12. Juli wurde als Ersatz für Steiner Hans Hee
nominiert. Am 6. August sollte er vom Aufsichtsrat bestellt werden; dazu kam es nicht, er zog
während der Sitzung seine Kandidatur zurück. Seit 25.9.2007 ist Franz Maget Vize. Viel
Glück bei den Löwen!
Julius-Hirsch-Preis
Seit 2005 vergibt der DFB diesen Preis als
Auszeichnung für Aktionen und Aktivitäten für Toleranz und Menschenwürde und
gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. 2007 geht er zu gleichen Teilen (je 10000 Euro) an den TuS Plettenberg/Sauerland und Eichenkreuz Nürnberg.
Erstmalig geht ein Sonderpreis (5000 Euro) an das Fanprojekt Dresden.
Preisverleihung: 17. Oktober (vor dem EM-Qualifikationsspiel D-CZ) im
Jüdischen Gemeindezentrum München. Die Veranstaltung führte Eberhard Schulz von der
ev. Versöhnungskirche Dachau so lebendig und spannend, dass hinterher kaum jemand Kaffee
brauchte. Sehr sympathisch auch die Redebeiträge von Frau Knobloch und Herrn Zwanziger.
Albrecht von Linde nahm außerhalb des Vip-Bereiches im Kreise seiner Löwen Platz.
Schwach, dass der Preisträger 2005 (die anderen Fußballer in
München) nicht mal mit ihrem Hausmeister vertreten war.
Besonders freut uns der Sonderpreis an das Fanprojekt Dresden wir sehen darin ein
Signal, dass auch die DFL jetzt Leute unterstützt, die aktiv und direkt an Problemen
arbeiten, über die man bisher schwieg.
Maccabi München
»Maccabi« steht für die
internationale jüdische Jugendbewegung zur Förderung von Amateursport sowie kulturellen
und sozialen Aktivitäten. Maccabi München versteht sich als Sportverein für die
Juden in München und ihre Freunde. Es wird demnächst eine Benefitz-Veranstaltung des TSV
für Maccabi geben, und wir hoffen auf rege Beteiligung unserer Löwen-Fans.
Aktion XX-Tausend

Auszug aus der Broschüre »
XX-TAUSEND
KOMMT«, S.3 / S.15:
Die Aktion XX-Tausend ist eine lagerübergreifende
Initiative von Löwenfans zu besseren Unterstützung der U23-Nachwuchsmannschaft des TSV
München von 1860. Gemeinsam verfolgen wir mit unserem ehrenamtlichen Engagement das Ziel, die
Zuschauerzahlen bei den Spielen der U23-Mannschaft erheblich zu steigern.
Zum
anderen möchten wir mit der besseren Auslastung des Stadions an der Grünwalder
Straße auf die Unverzichtbarkeit dieser Traditionsspielstätte hinweisen und so ihren
dauerhaften Erhalt fördern.
Darüber hinaus soll als Abschluss und
zugleich Höhepunkt der Regionalliga-Saison am 24. Mai
2008 unabhängig von der sportlichen Situation und dem
Tabellenstand das letzte Heimspiel gegen Jahn Regensburg in einem komplett
ausverkauften Sechzger-Stadion stattfinden.
Löwenfans gegen Rechts unterstützen XX-Tausend
Das Grünwalder Stadion ist und bleibt unsere Heimat! Hier haben sich die
Löwenfans gegen Rechts einst gegründet hier schöpfen sie immer wieder
neue Kraft. Nur hier kann die Fan-Szene des TSV 1860 wieder vereinigt werden. Der
»Sechzger« ist ein Mythos aus Stein, er steht für Kampf und Leidenschaft,
für den Fußball in seiner ursprünglichen Form und gegendie grenzenlose
Kommerzialisierung, die unseren Sport platt zu machen droht. Dabei ist dieser Mythos als das
meistbespielte Stadion bundesweit auch noch quicklebendig. Andere Städte beneiden uns um
diese selten gut erschlossene Spielstätte. Wir Löwenfans gegen Rechts unterstützen
die »Fan«-tastische Aktion XX-Tausend aus tiefblauer Überzeugung.
Als »kleiner Nebeneffenkt« hat die Kampagne zur Unterstützung der II. Mannschaft auch so manchen von der »schönen neuen
Fußball-Welt« entfremdeten Fan zur »Wiederbelöwung« verholfen.
Die Broschüre »XX-Tausend kommt« liegt auch auf
unserem Server, zum direkt-lesen, als »pdf« und als »zip« (je ca. 3 MB, bei Problemen mit dem »pdf« das »zip« laden und
auspacken).
Termin: Aktion XX-Tausend, Samstag, 24. Mai 2008, zum letzten Heimspiel der
Saison gegen Jahn Regensburg im GWS.
Polizeieinsatz zum Derby am 9.12.2007
Erklärung der »Löwenfans gegen Rechts« zu den Vorgängen rund um
das Regionaligaderby im Stadion an der Grünwalder Straße am 09.12.2007
- Unsere Gruppe engagiert sich seit über zehn Jahren gegen
Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt im Stadion
- Was am vergangenen Sonntag in den frühen Morgenstunden rund um die Gaststätte
Wienerwald vor sich ging, können und wollen wir mangels Anwesenheit nicht bewerten. Sollte
Gewalt von Löwenfans ausgegangen sein, so verurteilen wir dies ohne Wenn und Aber.
Presseberichte über die Verhaftung von achtzig überwiegend sehr jungen Leuten aufgrund
einer Schlägerei zwischen einzelnen Personen nehmen wir allerdings aufgrund langjähriger
Erfahrung nur mit einer gewissen Skepsis zur Kenntnis.
- Was wir selbst als Gruppe während und nach dem Spiel in und vor der Westkurve des Stadions
erleben mussten, lässt uns allerdings trotz aller Routine entsetzt und nahezu traumatisiert
zurück.
- Martialisch bewaffnete Polizeieinheiten und das Sonder-Unterstützungskommando (USK) waren
völlig unüblicherweise von Anfang an massiv und scheinbar geradezu hyperaktiv
überall im Block präsent. Im Block selbst verlief von Seiten der Fans das ganze Spiel
über alles absolut friedlich! Ab etwa Zwanzig Minuten vor dem Spielende wurde der gesamte
Block abgeriegelt. Vorzeitiges Verlassen des Stadions war nun ebensowenig mehr möglich wie
der Gang zur Toilette.
- Diese Sperrung geschah jedoch auch noch auf eine Art und Weise, die bei uns schon zu diesem
Zeitpunkt die schlimmsten Befürchtungen und Ängste weckten: Indem jeweils mehrere
Polizisten nebeneinander mit Helm, Schild und Schlagstock die Zu- und Abgänge versperrten,
drängten sich nach dem Schlusspfiff überhalb von diesen immer mehr und mehr Menschen
zusammen, die über zwanzig Minuten nach dem Ende endlich aus der Kälte nach Hause gehen
wollten. Man muss sich das vorstellen wie bei einer schon beinahe geöffnete Flasche Sekt, in
der der Druck der Kohlensäure ständig steigt, während der Pfropfen nur ganz lose
sitzt.
- Es kam, wie es kommen musste und selbst für polizeitaktische Laien wie uns weit vorher
schon absehbar war: Die Menge begann irgendwann ganz oben zu drücken und zu schieben, die
erwartbare Kettenreaktion setzte ein, die unten stehenden Personen wurden gequetscht und
übereinander gedrückt und begruben schließlich die ganz vorne stehenden Beamten
unter sich. Erinnerungen an Tragödien wie die von Sheffield und Heysel wurden wach. Nur mit
viel Glück ging es diesmal hier noch glimpflicher ab.
- Wer gedacht hatte, dass der unselige Spuk nunmehr zu Ende wäre, wurde eines besseren
belehrt. Etliche der in der Nähe stehenden Polizisten sprangen herbei und begannen,
unterschiedslos jeden Besucher des Spiels, der nicht schnell genug ausweichen konnte, mit
Pfefferspray und Knüppeln zu bearbeiten.
- Die Leute strömten dennoch erleichtert nach unten, wo sie allerdings statt endlich
geöffneter Ausgänge der geschlossene Gitterzaun und ein knüppelschwingender Trupp
des USK erwartete, der sie zwischen zwei parallelen Reihen von Beamten regelrecht Spießruten
laufen ließ. Auch hier wurden offensichtlich weder Frauen noch Kinder geschont. Fragen wie
nach Rechtsstaatlichkeit oder nach Verhältnismäßigkeit bzw. nach Schuld oder
Unschuld wurden schon lange von niemandem mehr gestellt. Menschen lagen zitternd, blutend und
geprügelt am Boden und versuchten, wenigstens ihr Gesicht mit den Armen zu schützen.
- Als sich die Tore zur Freiheit endlich öffneten, setzten sich unserer Beobachtung nach
ähnliche Ereignisse mit frischen Polizeikräften an der Brücke über die
Candidstraße und am Rande derselben fort.
- Wir fordern die für diesen aus unserer Sicht skandalösen Einsatz verantwortliche
Polizeileitung hiermit auf: Bitte unterziehen sie Ihr Vorgehen vom vergangenen Sonntag einer
schonungslosen Analyse! Es kann nicht Sinn und Zweck solcher Übungen sein, Leib und Leben
ihrer eigenen Beamten zu gefährden! Es kann nicht angehen, wenn in einem Rechtsstaat
tausende harmloser Fußballfans unter Generalverdacht gestellt und aufgrund dessen ihrer
Freiheit und ihrer körperlichen Unversehrtheit beraubt werden! Zeigen sie Einsicht und
Größe! Entschuldigen Sie sich bei all den unschuldigen Menschen, die am Rande ihres
Sonntagsnachmittagsvergnügens Gewalt, Angst und Schrecken erdulden mussten!
Denkwurdiges (bleibt aktuell)
Protest
Am 27. April 2006 haben wir uns an einer Protestaktion gegen
einen mit Mitteln der Logik nicht nachvollziehbaren »
Kuhhandel«
durch die TSV-Führung beteiligt und unsere Seiten (komplett, alles!) für 60 Stunden
umgefärbt. Wem jetzt noch nicht schlecht ist, kann sich anschauen, wie das ausgesehen hat:
27.4.2006: 60
Stunden Protest
10. Mai 2006: Die ersten klaren Worte Zusammenfassung bei »
Kuhhandel«
Informationen zum HOWE-Dome (Arena in Fröttmaning *)
Spielgeld
Wie ihr alle wisst, kann man am Klärwerk sein Bier oder seine Wurst nicht einfach mit
Geld bezahlen. Eigenartig einerseits, weil Geld doch der Gott dieses Jahrhunderts ist, jedoch
andererseits verständlich, weil man sonst merkt, dass das 0,4-Liter-»Light«-Bier
im zukünftig vielleicht irgendwann wiederverwertbaren Plastikbecher die Wiesn-Preise in den
Schatten stellt. Wer eine Jahreskarte hat, kann sich Geldwert darauf buchen lassen und den
ehrenhaft abtrinken, oder in Wurst und andere erlesene Leckereien investieren. Oder vielleicht
sogar einen Audi damit kaufen; ich werde das bestimmt nicht ausprobieren. Wer jedoch keine hat,
kann z.B. 20 Euro an einer Kasse abliefern und bekommt dafür eine Plastikkarte mit der
Aufschrift »Eine Karte, zwei Vereine« (!). Wer mit der blechernen
Gehhilfe unterwegs ist, sollte an die 10 Euro Parkgebühr denken, die bei Ausfahrt fällig
werden kann nicht bar bezahlt werden, nur mit Karte. Wer allerdings zu Fuß
kommt oder mit der U-Bahn, zahlt keine Extra-Abgaben. Immerhin.
Rückgeld
Wer sein Guthaben nicht bei der AA-GmbH belassen
will, kann, entgegen der (oftmals falschen) Auskünfte der Schließer sich das Guthaben
nicht nur an Spieltagen auszahlen lassen: Die Kassen (oder mindestens eine) sind jeden Tag von 10
bis 19 Uhr geöffnet. Ebenso gibt es dort Eintrittskarten im Vorverkauf und zwar
ein anderes Kontingent als online oder auf der Geschäftsstelle; wenn man also bestimmte
Plätze sucht, sollte man mehrere Quellen abfragen.
Kontrollen
Zum Rückrunden-Start 2008 werden Stadion- und Hausordnung sowie die Richtlinen zur
Einlasskontrolle überarbeitet. Ziel ist unter anderem, die Bestimmungen so weit zu
konkretisieren, dass klare Verhältnisse herrschen und die Beliebigkeit von Beanstandungen
begrenzt wird. Sobald der TSV veröffentlicht, findet ihr die Bestimmungen hier
teils kommentiert. Am besten, ihr druckt sie aus und nehmt sie mit.
Einlass
die Bestimmungen zur Einlasskontrolle zur Arena in Fröttmaning
(2006/7)
(*) »HOWE« heißt die Wurstfabrik
des wahren und wirklichen Besitzers der Arena.