Auzug aus den Aktionen und Geschehnissen des Jahres 2005/p>

ARCHIV 2005

Delegiertenversammlung 2005
Die DV am 29. November 2005 war gut besucht (180 Teilnehmer) und im Großen und Ganzen beinahe harmonisch, sogar der Kassenwart war zufrieden. So wurde die umstrittene Blockfahne zum beherrschenden Thema.
Doch es gab durchaus Ansätze zur Einigung: »Die Clubs sollten darüber beraten, ob man auf den großen Schriftzug ARGE nicht verzichten kann« (Wolfgang Hauner, TSV-Vizepräsident). Siegbert Stemmer (Arge), der ansonsten mit Vorliebe das Lieblings-Feindbild »CN« ansprach, signalisierte immerhin, man werde über den Vorschlag beraten. Dazu Franz Hell (Delegierter, Alles-Fahrer): »Wenn man bedenkt, dass jedenfalls bei den Auswärtsfahrten die unorganisierten Fans mindestens 50 Prozent ausmachen, soll sich die Arge doch bitte nicht so wichtig nehmen«.
Von Vereinsseite gab es etliche Bekenntnisse zur Offenheit gegenüber allen Fans und Fanclubs, mit der Bitte, den TSV als Veranstalter in die Planungen zu Choreos und Aktionen einzubinden. Hier keine Namen bezüglich des Kommunikationsproblems zu nennen, weder von Personen im Verein noch außerhalb, mag wohl als deutliches Bekenntnis zur sportlichen Fairness gewertet werden.
Doch die Schlagzeile »TSV bekennt sich zur Gemeinschaft aller Fans« kam leider nicht zu Stande, da der Bericht des Aufsichtsrates (verlesen vom Vorsitzenden Alfred Lehner) besseres Futter gab: »Der Aufsichtsrat bedankt sich bei allen echten Fans, nicht bei denen, die nur Krawall machen wollen«. Somit mussten wir leider wieder mal die gewohnten Unsäglichkeiten lesen: Einige junge (unechte) Fans machen den TSV kaputt, und so Zeug. Nur gut, dass wir alle wissen, dass der Verein schon schlimmere Dinge ausgehalten und überstanden hat (z.B. Chef im Knast, Zwangsabstieg, Falggo Götz). Dennoch wäre hier eine Erklärung mehr als nur angebracht. Wer ist gemeint, wer soll ausgegrenzt werden??? Die Betroffenen jedenfalls dürfen sich der Solidarität seitens der LFGR sicher sein. So geht das nun wirklich nicht, denn wir sind die Löwen, wir alle!!!
Satzungsändernde Anträge, etwa dahingehend, dass man endlich die Forderungen des DFB umsetzt, gab es nicht auf der Tagesordnung. Klar, die Fahne ist wichtiger als der DFB, das sieht jeder ein. Herr Mayer-Vorfelder wohl bestimmt, vielleicht auch die Herren Zwanziger, Hackmann, Hocke, Schmidt und Hockenhauer. Nun, wenn nicht, lachen uns die halt mal wieder aus. Aber solche Dinge kennen wir ja, das lässt uns kalt, bei sowas sind wir schließlich alle die großen Stemmer.
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Doping
2. Dezember 2005: Nema Vucicevic wurde vom DFB-Kontrollausschuss wegen eines kosmetischen Medikaments, das deklarationspflichtig gewesen wäre, für sechs Monate gesperrt. Bei Doping versteht man keinen Spaß, und das ist auch richtig so. Blöd gelaufen. Die dringend benötigten drei Punkte sind erst einmal weg, die Begegnung wird wiederholt.

Mafia-Alarm!!!
14. Oktober 2005: Mafia-Alarm in der Beckenbauer-Arena! Gerüchten zufolge werden Attacken gegen Löwenspiele befürchtet – Mafiosi wollen unsere Spieler mit Kaffeepackerln tot werfen! Skandalös! Wir protestieren aufs Schärfste gegen derartige Pläne! Zum Glück gibt es eine stets wachsame Ein- bzw. Heraus- bzw. Sonstwohin-Greif-Truppe am Einlass, die mitgebrachte Kaffepackerl sofort beschlagnahmt. Die größte Gefahr scheinen »Illy«-Kaffeepackerl darzustellen. Leute, bringt solche Dinge nicht mit ins Stadion, tragt sie nicht öffentlich mit euch rum! Ihr macht euch höchst verdächtig, und, wer mal im Knast sitzt, kommt so schnell nimmer raus (denkt an Heinzi)!
»Who the f*ck is Heinzi?«

In leichten Fällen lässt es unsere gütige Greiftruppe bei einer Ermahnung und einsfuffzig Gefahrgut-Verwahrgebühr bewenden. Daraus entsteht aber kein Rechtsanspruch; wer angeklagt wird, sitzt ein!


Jung-Löwen
4. September 2005: A-Jugend, 3. Spieltag: Mit einem 4:1 schickt die Mannschaft die Derby-Rivalen heim (ohne Nachtisch ins Bett!) und steht damit auf Platz 1 der Bundesliga Süd. Wer guten Fußball in vertrauter Umgebung anschauen will: Unsere Jugendmannschaften und die Löwen-II (U23) freuen sich über Zuschauer!

Aufruf: Besucht die Amateure! Besucht die »Löwenstars von morgen«! Hier gibt es Fußball statt Event und oft richtig gute Spiele, noch dazu für wenig Geld. In der »Provinz« hätte so eine Mannschaft 5000 Zuschauer statt nur 250! Also, Leute, raus ins GWS! Die Termine findet ihr unter »Saison (TSV II)« bzw. »Saison (A-Jugend)« und bei »jungloewen.de«¹.


Rollstuhl-Plätze
Vorbildlich am neuen Stadion ist die große Zahl von stufenlos (Lifts am U-Bahnsteig Süd) erreichbaren Rollstuhl-Plätzen direkt am Geländer oberhalb des Unterranges und mitten im Geschehen – also nicht irgendwo separiert von den anderen Fans. Da nicht mehr Rollstuhlfahrer eingelassen werden dürfen als Plätze vorhanden sind, muss vorbestellt werden. Dauerkarten gibt es nicht; allerdings gelang es besonders treuen Fans, die Karten für alle Saison-Spiele am Stück zugesandt zu bekommen.
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Weihnachtsmärchen
Beim Cottbus-Spiel ist eine der neuen von Festina gestifteten Blockfahnen (in Form eines Löwen-Trikots) weg gekommen. Wenn man der Geschichte glauben darf, haben ein paar Gäste-Fans bei einem Stadion-Rundgang 60er-Schlüsselbänder im Fanshop gekauft und sich die Dinger wichtig umgehöngt – und wurden so ohne Beanstandung in den VIP-Bereich vorgelassen, ebenso in den eigentlich gesperrten Oberrang. Dort fanden sie besagte Fahne (40 kg) vor, packten sie kurzerhand ein und verließen damit ebenso unbeanstandet den Arena-Bereich. Manfred Stoffers (Festina) nahm Kontakt zur Fanbetreuung des Gastvereines auf und signalisierte, er wolle diese Aktion sportlich sehen, nicht als krimminelle Handlung betrachten, und bot als »Finderlohn« 60 Kästen Bier: »Der Staatsanwalt kommt nur in die Arena, wenn er ein Löwenspiel sehen will.« Erfolg: Die Fahne wird zurück gegeben, der Gegenwert des Finderlohnes geht an eine Kinder-Krebsklinik in Cottbus.

Auswärts
420Der letzte weiß-blaue S-Bahn-Zug geht definitiv ins Museum. Schade, wir könnten ihn noch brauchen, wäre ein schöner Auswärts-Sonderzug …

Letztes Oly-Spiel
Sonntag, 3. April 2005, 15:00, die Kölner Gegner in einer abscheulichen Farbe gekleidet auf dem Rasen, schönes Wetter, 40000 Zuschauer. Schönes Wetter im Olympiastadion, das kennen wir ja aus der Vergangenheit, das ist immer gefährlich für unsere Löwen. Warum? Tja. Wahrscheinlich ist der Rasen besser als anderswo, und da können die Gegener eben besser spielen als daheim. Doch heute kamen beide Mannschaften nicht so richtig in Schwung, es bleib beim 0:0 im letzten Spiel im Olympiastadion. Vielen Dank an Torwart Timo Ochs, der souverän alles hielt, was die Kölner nicht sowieso an Tor vorbei kickten.

Letztes GWS-Spiel
Sonntag 22. Mai 2005: Mal wieder ein allerletztes Löwenspiel im Grünwalder. Die Löwen haben phantastisch gespielt, drei Tore geschossen. Leider gab es vier Gegentore, und die Burghausener haben gegen die Zwietracht aus Hessen versagt, so wurde es halt nichts mit dem Aufstieg. Egal. Super Löwen, Super Beifall. Ein bisschen peinlich war die AA-Reklame eines ansonsten beliebten Spielers; da gab es berechtigte Pfiffe. Auch egal.

Richtig peinlich waren rassistische Brüll-Orgien durch die ganze Fankurve. Klar habe ich auch gesehen, wie ein paar Gegner durch seltsame Gleichgewichtsstörungen den Schiedsrichter zu nicht ganz gerechten Entscheidungen verleitet haben. Aber dann gleich »Scheißnäga« und »Uff-uff-uff« brüllen, muss das sein? Wer sowas macht, ist kein Fan, sondern ein Vollidiot. Basta. Auch der Schiedsrichter könnte da mal zum Käptn sagen: »Du forderst jetzt deine Fans zur Fairness auf, sonst breche ich das Spiel ab!«

Sehr schön dagegen die Diskussion dazu im Löwenforum¹: Die Fans sprechen sich sehr deutlich gegen Rassistenparolen in der Kurve aus. Die Mehrheiten sind wohl eindeutig – nur ein paar Betonlöwen im Verein scheinen nach wie vor Probleme durch Ignorieren lösen zu wollen.
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Stadionverbot
Anscheinend sind mal wieder (z.B. Ahlen, 12.12.2004) Stadionverbote nach dem Verfahren »Verdacht genügt« verhängt worden. Ebenso wird von übereifrigen Polizeimaßnahmen berichtet. Was soll das? Gemeinnützige Vereine, die öffentliche Großveranstaltungen abhalten, haben eine besondere Verantwortung, auch im Umgang mit ihrem Hausrecht. Bin ja mal gespannt, wann die erste Strafanzeige wegen falscher Beschuldigung gestellt wird, und welcher Verein sich durch offensichtliche Willkür blamiert. Vereine, aufgewacht – das Stadion ist kein Pilsstüberl!

Grünwalder Stadion
Danke für die schönen Spiele im Grünwalder!
 
Das Saison-Auftaktspiel gegen Haching – Bilderbuchwetter – war nicht nur auf dem Spielfeld chaotisch: die Zuschauer wurden pro Block jeweils nur durch einen einzigen kleinen Zugang ein- und wieder hinaus gelassen, was zu erheblichen Verzögerungen führte (lag wohl an realitätsfremden Auflagen, die dann wieder zurück genommen wurden). Zum Glück erwiesen sich die Haching-Fans als pflegeleicht – im Gegensatz zu manchen Besuchern des TSV, die u.a. das Auschwitz-Lied brüllten: Vor dem Stadion, dort gab es weder Ordner noch Polizei.

Besonders schade ist das Schweigen der Zeugen bei entsprechenden Vorkommnissen: Jeder sollte sich darüber klar sein, dass dieses Schweigen von den Brülldeppen als Zustimmung aufgefasst wird.

Wenn die halbe Kurve brüllt »Zick-Zack-Zigeunerpack« oder »Ajax – Judenclub« (beim Heimspiel gegen Dresden), dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn man uns vorhält: »Die Sechzger sind doch traditionell ein Nazi-Verein, waren der erste und sind das heute noch«.


»Kleines Derby«: Das Allerletzte!
Mittwoch, 4. Mai 2005: Unsere U-23-Löwen haben schön gespielt, die Anderen haben Fouls und Schwalben geübt. Man sah deutlich, in welcher Mannschaft die Chance besteht, in das Erste Team aufgenommen zu werden …

Was wirklich störte, war das gehäufte Auftreten von Nazi-Buben mit einschlägigen Parolen und Abzeichen. Warum duldet der TSV Nazi-Propaganda und verbotene Symbole im Stadion? Die Ausrede von wegen Verhältnismäßigkeit (kein unnötiger Polizeieinsatz im voll besetzten Rang) greift ja bei 300 Zuschauern kaum. Im Gegenteil: Um ein nicht ganz freundliches Transparent zu entfernen, schritt die Staatsmacht ein, ebenso um den Werfer eines Papierknödels zu stellen (tolle Videokameras haben die! Echt! Neid!). Verbotene NS-Symbole blieben dagegen ebenso unbeanstandet wie Urwaldgebrüll und einschlägige Parolen.
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Rechtsverteidiger
Leider rollt im Moment eine Klagewelle von Fans gegen Fans. Den Sinn dieser Aktionen zu begreifen, ist keine einfache Aufgabe. Die bisher logischste Erklärung ist, dass findige Köpfe die Fans aus dem Stehplatzbereich dazu bewegen wollen, jeweils mindestens einen Anwalt gleich zum Spiel mitzunehmen und so die Zuschauerstatistik zu verbessern. Ok, kein guter Scherz; die Sache ist halt leider nicht lustig sondern nur furchtbar peinlich.

60. Gedenktag
Am 17. Januar 2005 hat die DFL alle Bundesliga-Vereine aufgefordert, am letzten Januar-Wochenende an den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zu erinnern. Dazu sollen in allen Stadien Durchsagen gemacht werden sowie eine Stellungnahme der DFL, initiiert durch den Arbeitskreis »Erinnerungstag Sport« der Ev. Versöhnungskirche Dachau (LFGR wirken bei dem Projekt aktiv mit), in den Stadionzeitungen abzudrucken. Unsere Löwen haben bei der Aktion mitgemacht, vielen Dank, TSV! siehe Inhaltsverzeichnis