Auzug aus den Aktionen und Geschehnissen des Jahres 2009

ARCHIV 2009

LSV
Dezember 2009 – Die Löwen haben eine neue Tochtergesellschaft gegründet: die »Löwen Sportrechte Vermarktungs GmbH & Co.KG«.
Damit ist der Weg frei für Kapitalbeteiligungen an Transfer-Erlös-Geschäften, die nicht den Charakter von Privatkrediten an die TSV-Geschäftsführungs-KGaA haben und auch nicht zur faktischen Anteils-Abgabe der KGaA führen. Tochtergesellschaften haben den Vorteil, dass sie eigenständig wirtschaften können, eigenständig bilanzieren müssen und im Extremfall auch pleite gehen können, ohne die Muttergesellschaft mit in die Insolvenz zu nehmen.
Die Trennung von sportlich-operativem Bereich und Kapitalbereich ist auf jeden Fall überfällig und richtig. Sie ermöglicht Dinge wie das im Februar 2009 von der DFL untersagte Investoren-Geschäft mit Nicolai Schwarzer, ohne dass die KGaA direkt beteiligt ist und ohne dass die Lizensierungsauflagen berührt werden.
Erfreulich ist, dass die Vermarktung des Transfer-Bereichs von einer eigenen Gesellschaft wahrgenommen wird und nicht wie im Fall IMG und PR-Marketing gegen hohe Gebühren an Dritte vergeben wird.
Nächster Schritt wäre die Reform der Geschäftsführungs-Gesellschaft des TSV.
Eines der großen Probleme bei 60 ist schon seit langem, dass Geschäftsbereiche und Kompetenzen nicht hinreichend getrennt sind/waren. Um einen volkstümlichen Vergleich zu wählen, gehören nun mal die Wirtshauskasse und das Privat-Portemonnaie des Wirts separiert.
Hoffen wir, dass die Gründung der LSV einen entscheidenden Schritt zur Konsolidierung des TSV bedeutet und weitere Schritte folgen werden …
 

Kammer-Ratten

Zum Amateure-Spiel am 6.11.2009 gegen Eintracht Frankfurt-II fand sich am östlichen Aufgang zur Stehhalle ein Pulk von etwa zehn »Volksgenossen« nebst dem Anführer der »Freien Nationalen« Philipp Hasselbach ein. Flugblätter mit einem Aufruf zur Teilnahme am »Heldengedenkmarsch« am 14.11.2009 wurden verteilt.

Einige Löwenfans erklärten den Nazis, sie seien hier nicht erwünscht. Die Antwort darauf: »Nächstes Mal sind wir mehr!« Wann jenes nächste Mal sein wird, ist offen. Fest steht jedoch: Die Kurve muss den Nazis Paroli bieten; alles andere käme einer Einladung gleich.


 
Hauptversammlung
Am 18.11.2009 – fand (in Unterschleißheim) die Delegiertenversammlung 2009 statt. Ergebnis:
Die Versammlung spricht sich für einen Ortswechsel aus – RAUS AUS DER ARENA! Die Kosten von knapp 5000000 Euro jährlich sind ein Argument, das überzeugt.
• Wahl des Ehrenrates --- Stubenrauch, Gerhard Schnell, Wulf-Dieter Fischer
• Blockwahl des Vereins-Aufsichtsrates --- Prof. Dr. Peter Lutz (VS), Christoph Öfele (stv. VS), Klaus Hagl, Christina Jodlbauer, Dr. Klaus Leipold, Hep Monatzeder, Siegfried Schneider, Otto Steiner (hierüber gibt es beträchtliche Verwunderung), Christian Waggershauser
• Antrag, in die bestehende Satzung einen Antirassismus-Paragraphen einzufügen, (hier fett markiert) wird angenommen und gilt ab sofort:
2.1 Zweck und Aufgabe des Vereins [...] Der Verein ist politisch und weltanschaulich neutral. Er spricht sich mit seinen Mitgliedern ausdrücklich gegen Gewalt sowie Diskriminierung von Geschlecht, Religion, Rasse, Hautfarbe, Herkunft, Sprache oder Behinderung aus.
9.3 Der Ausschluss aus dem Verein kann erfolgen: [... ] 9.3.1 bei unehrenhaftem, rassistischem oder diskriminierendem sowie unsportlichem Verhalten innerhalb oder außerhalb des Vereins.
[Die Formulierungen entstammen dem nicht verwirklichten Satzungs-Neuentwurf vom Oktober 2006.] …
 
Wurst
2.11.2009 – Manfred Stoffers äußert sich zu den Vorwürfen eines namhaften Wurstfabrikanten auf tsv1860.de¹ wie folgt (Eigennamen, die für den sensibleren Teil unserer Leserschaft eventuell etwas anrüchig klingen, sind durch »###« ersetzt):
»Wir werden den Prozess nicht auf dem Boulevard austragen. Mit unserem Vermieter hatten wir vereinbart, dass sich beide Seiten zu dieser Auseinandersetzung nicht öffentlich äußern. Dass Herr ### die Angelegenheit jetzt polternd und lärmend zu Markte trägt, ist unschön, aber nicht zu ändern.
Herr ### behauptet doch glatt, wir würden dem ### Geld klauen. Das ist eine unverfrorene Behauptung. Seit meiner Amtsübernahme drehen wir hier jeden Stein um, um die wirtschaftliche Situation des Vereins zu verbessern. Es ist richtig, dass der ### durch die Übernahme der Stadion-Anteile im Jahr 2006 den Lizenzentzug durch die DFL und damit die Insolvenz des TSV 1860 abgewendet hat. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der TSV 1860 gezwungen war, langfristige Verträge abzuschließen, die wirtschaftlich an Wahnsinn grenzen und den Verein permanent an die Wand drücken.
Um es auf den Punkt zu bringen: Der ### hat sich damals in erster Linie selbst geholfen, indem er die Anteile zum Schnäppchenpreis vereinnahmt hat und der TSV 1860 brav die hohen Mieten weiterzahlen musste, obwohl allen Beteiligten klar war, dass die Belastungen viel zu hoch sind. Der Gipfel liegt in der Catering-Pauschale. Der TSV 1860 soll allein für die Bewirtschaftung des Business-Bereichs bis 2025 über 40 Millionen Euro zahlen. Alle Versuche, den Vertrag den tatsächlichen Kräfteverhältnissen anzupassen, wurden kategorisch abgelehnt. Als Geschäftsführer des TSV 1860 ist es meine Pflicht, in dieser Notwehrsituation des Vereins zu handeln.« …
 
Musik
31.10.2009 – Der TSV Maccabi München lädt auch alle Löwenfans ein zu »Music for Goals¹ in der Muffathalle …
 
BGH
30.10.2009 – Der Bundesgerichtshof hat heute die prinzipielle Beliebigkeit bei der Verhängung von Hausverboten (hier: Stadionverboten) und bei der Festlegung der begründenden Sachverhalte dafür bestätigt. Dies mag auf den ersten Blick logisch erscheinen, vor allem wenn das stets strapazierte Gefährdungs-Argument hervorgebracht wird. Unlogisch ist, den ganzen Sachverhalt formal auf triviale Fragen des Hausrechts zu reduzieren und die relevanten Punkte der Klage erst gar nicht zu behandeln. Tenor: »Prävention« bzw. »Verdacht genügt« als Rechtfertigung, sämtliche rechtsstaatlichen Grundsätze über Bord zu werfen. Hier die offizielle Pressemeldung zum Urteil …
 
Achtel
29.10.2009 – Bei weitem nicht so gut wie erhofft verlief der Saison-Auftakt, aber beim Pokal-Achtelfinale gegen Schlacke haben unsere Löwen gezeigt, wie man gegen auch eine überlegene und (auf Pump) extrem teuer zusammengekaufte Mannschaft kämpfen kann …
 
Saisonstart
28.8.2009 – Nach dem Einstand der neuen Mannschaft beim DFB-Pokal-Start (Paderborn, auswärts) und dem Sieg im ersten Pflichtspiel gegen Koblenz schien für manche Leute der Aufstieg nur noch Formsache zu sein. Anschließend, nach zwei Niederlagen und einem Rémis reden die gleichen Leute von der großen Katastrophe. Letzere ist allerdings schon seit Jahren am laufen, und zwar in Form von Stadion-Verträgen, die den TSV Millionen kosten, die er nicht hat, und weiterhin in Form von Managern, die munter weiter Schulden gemacht haben (»operatives Defizit« nannte man das).
Nun haben wir ein neues Management, einen neuen Trainer, einen neuen sportlichen Leiter und eine neue Mannschaft – und das alles für weniger Geld als letzte Saison. Das bedeutet: Klassenerhalt und langsame finanzielle Gesundung wären schon ein großer Erfolg – mag das Traumziel weiterin »Aufstieg« lauten …
 
Julius-Hirsch-Preis 2009
4.8.2009 – Heute hat der DFB offiziell mitgeteilt¹, dass die LFGR zu den Preisträgern gehören (zusammen mit dem integrativen Verein »Hintertorperspektive«¹ aus Jena, dem Fanprojekt Hannover¹ und Giovanni di Lorenzo, dem Stifter der Online-Plattform »Netz gegen Nazis«¹).
Wir sind beinahe sprachlos, da solche Ehre nicht immer gewohnt. Wir bedanken uns, und wir hoffen, dass dieser Preis hilft, unsere Botschaft zu verbreiten:
»Helft alle mit, dass Rivalität nicht in Rassismus und Diskriminierung ausartet. Sorgt dafür, dass die dummen Parolen aus den Stadien verschwinden.«
Auch ein besonderer Dank an alle Gratulanten – bitte nicht böse sein, wenn wir mal eine Mail-Antwort vergessen. Alle wollen uns interviewen, ja sogar fotografieren, dabei sind wir doch gar nicht besonders hübsch …
 
LFGR-Banner
4.8.2009 – Auf unserer »Link-Seite findet ihr ab sofort »Banner« zum Einbau in eure Internet-Projekte, die auf die LFGR verweisen. Wer sie benutzt, soll uns bitte mailen, wir nehmen die betreffende Seite dann in unsere Link-Sammlung auf, sofern unser Online-Hausmeister sie zum Rest passend findet …
 
Endlich!
Am Montag, den 27. Juli 2009 stellt der TSV offiziell Anton Löffelmeiers Buch »Die 'Löwen' unterm Hakenkreuz« im Rahmen einer Podiumsdiskussion (Franz Maget, Manfred Stoffers, Herbert Schröger, Dietrich Schulze-Marmeling, Anton Löffelmeier) in der Stadionwirtschaft (Grünwalder Stadion) vor. Aus lauter Angst, welche Leichen man im Keller finden wird, ließen Generationen von Präsidien keinen Historiker näher als 1860 Meter an die gammeligen Archive heran.
   Jetzt ist es soweit, die Vergangenheit kann besichtigt werden. Kurzfassung – ohne Frage war der TSV ein Vorzeige-Verein in der Nazi-Zeit, so wie München eine Vorzeige-Stadt war. Der TSV als damals bürgerlich geprägter Verein tat sich hier weder im guten noch im schlechten hervor. Die Leute waren nun mal traditionell obrigkeitshörig, ansonsten politisch unkritisch, trauerten der »Ordnung« des Kaiserreiches nach oder hatten Angst vor der allgegenwärtigen SA/SS.
   Immerhin waren die damaligen Funktionäre zum größten Teil aktive Löwen und nicht, wie in anderen Darstellungen vermutet, von den Herrschenden eingesetzte Strohmänner. So war auch der unsägliche Emil Ketterer, der als Teilnehmer am Hitler-Putsch und Wegbereiter des »Euthanasie«-Massenmordes bestimmt zu denen gehört, über die man nach dem Grundasatz »de mortui nihil nisi bene« so gut wie überhaupt nichts sagen kann, in seiner Jugend aktiver Leichtathlet für die Löwen. Er wurde dann Präsident des TSV – und war Nazi in einer Zeit, in der die Münchner mehrheitlich Nazis waren.
   Das ist kein Ruhmesblatt, aber auch nichts, wofür sich der Verein mehr schämen müsste als der Rest der Gesellschaft.
   Zu guter bzw. schlechter letzt hatte der TSV genug Probleme, die Nazi-Zeit höchst selbst überhaupt zu überleben. Vereinssport war nicht mehr gefragt; Sport sollte in die Volksmilitarisierung einfließen, Jugendarbeit komplett bei der HJ stattfinden.
   Am Ende blieb das übrig, was von ganz München übrig blieb – zu besichtigen unter den Parkanlagen der Olympia-Berglandschaft.
   Der TSV hat den kollektiven Wahnsinn mitgespielt, das war leider so. Nach 1945 hat man sich von allzu vorbelasteten Akteuren getrennt und einen Neuanfang organisiert.
   Dass man erst einmal keine Lust hatte, über die Zeit des großen Debakels zu reden, ist dann auch irgendwie verständlich.
   Es ist sicher angebracht, sich für den Nazi-Wahn in Deutschland ein klein wenig zu schämen (und daraus eine Aufforderung zu verstehen, bestimmte Dinge jetzt eben besser zu machen), aber für die Löwen an sich muss man sich nicht schämen.
 
- Vielen Dank, Anton, dass wir endlich wissen, was damals wirklich los war!
 
Jedoch schade, dass das Buch mit knapp 20 Euro ziemlich teuer ist und sich (jedenfalls für die Zielgruppe, die die betreffende Zeit immer noch idealisiert) nicht wirklich leicht liest.
 
Wir gratulieren dem FCB
27.5.2009 – Wir gratulieren dem FC Barcelona zum Finalsieg in der Schwammerl-Liga! Das waren wunderschöne Bilder im Fernseh, oder wie man auf Spanisch sagt, »bonas dias« …
 
Ingerling
27.5.2009 – Auch Bernd Ingerling verlässt das Löwen-Management. Er wird für 15 Jahre treue Dienste gelobt, ist allerdings auch wegen seinem Umgang mit Stadionverboten als Sicherheits-Chef und seiner Mitverantwortung an Fehlern und Seltsamkeiten des bisherigen Managements umstritten. Wir wünschen ihm alles Gute und dem TSV einen würdigen und weniger überbezahlten – also in diesem Sinne »unvermeidlichen« – Nachfolger.
 
Lienen!
13.5.2009 – Nach dem Debakel etwas westlich von Frankfurt übernimmt Lienen ab sofort. Hoffentlich kann der Mann gut genug zaubern.
 
Lienen?
11.5.2009 – Offiziell ist, dass mit Ewald Lienen eine Option auf das Trainer-Amt besteht. Inoffiziell gilt als wahrscheinlich, dass der Klassenerhalt dabei eine Rolle spielt. Wie man die Löwen kennt, wird dies kaum vor Ende des letzten Spieltages entschieden sein: Wir erinnern uns an Peter Pacults Tor am 11. Juni 1994 kurz nach halb Vier in einer kleinen Stadt auf halbem Wege zwischen Münster und Emden …
 
280000?
6.5.2009 – Mit dem Weggang von Chef-Scout Stefan Schwarz ist der TSV um einen nicht gerade als effizient geltenden Spezialisten ärmer und um jährlich 280 Mille reicher (vorausgesetzt, die in der Presse genannten Zahlen stimmen). Tatsache, so viel kann man als »leg-hunter« bei einem finanziell maroden Zweitligisten verdienen (plus Provisionen vermutlich), auch ohne feierbare Erfolge. Wenn Manfred Stoffers noch mehr Verträge dieser Art auflöst, hat er gute Chancen auf lebenslanges Freibier-Privileg am LFGR-Stammtisch.
 
Extrem?
29.4.2009 – Das »Antifaschistische Informations- und Dokumentations-Archiv«, a.i.d.a. e.V., hat in den knapp 20 Jahren seiner ehren- und ansonsten nicht-amtlichen Arbeit eine Menge Belobigungen und Preise erhalten. Praktisch dem Gündder-Beggschdein-Orden in kaiserlichem Gießkannen-Stahl gleich, gab es kürzlich eine weitere und ganz besondere Auszeichnung seitens des freistaatlichen Ministeriums des Inneren: Die Aufnahme in den Verfassungsschutz-Bericht 2008, sogar unter einer eigens geschaffenen Rubrik »Sonstige Linksextreme«. Dazu die Aufforderung u.a. an den Bayerischen Jugendring, nicht weiter mit diesem Verein zusammenzuarbeiten; die wollten ja nur die Demokraten unterwandern. Großes Tennis!!! – Sogar die an sich linientreue »Bayerische Staatszeitung«¹ mokiert sich heftig: »Ausgerechnet der Münchner Verein 'Aida' – mehrfach auch von staatlicher Seite ausgezeichnet für sein Engagement gegen Rechts – ist im Bericht ebenfalls gelistet.«.
Wir jedenfalls (die LFGR) wünschen »a.i.d.a.« viel Erfolg bei der weiteren Arbeit – und stellen dem Ministerium für Innereien anheim, sich auch selbst mal zu überprüfen …
Für die Unterwanderung der Demokraten durch Demokraten!!! – Auf die Löwen, auf die Löwen, auf die Löwen, Prost!!!
 
Delegierte
28.4.2009 – Die Ergebnisse der Delegiertenwahl der Fußballabteilung sind jetzt bekanntgegeben worden. Von den 174 Sitzen entfielen 143 auf Kandidaten der Arge und 31 auf sonstige. Das entspricht über 80 Prozent (!) für die Arge. Warum sollen wir uns um ein faires Wahlsystem Gedanken machen? – wir sind doch schon Demokraten (nach G. Polt). Die Namensliste findet ihr unter »Abteilungsversammlung Fußball 2009«.
 
Lizenz
22.4.2009 – Erstmals seit vielen Jahren hat der TSV die Lizenz für die nächste Saison ohne besondere Auflagen erhalten. Manager Stoffers meinte der Presse gegenüber, man habe »konservativ gearbeitet« – also realistische Prognosen abgeliefert. Gute Arbeit; das haben teurere Manager weitaus schlechter gemacht.
 
Beihilfen?
8.4.2009 – Die Allianz-Arena ist zum Fall für die EU-Kommission geworden. Diese will prüfen, ob Stadt und Bund beim Bau des Fußballstadions der Betreibergesellschaft – und damit den Vereinen – wettbewerbswidrige Beihilfen gewährt haben. Merkur: »Der Grünen-Politiker [Martin Runge] hat … Beschwerde wegen wettbewerbswidriger Beihilfen eingelegt.  …
Um den Bau der Allianz Arena zu ermöglichen, hatte die Stadt das Grundstück im Fröttmaninger Gewerbegebiet in ein Sondernutzungsgebiet umgewidmet. Sein ursprünglicher Wert von rund 84 Millionen Euro soll damit nach Aussagen des früheren Kämmerers Klaus Jungfer um 70 Millionen gesunken sein. Durch einen ausgesprochen niedrigen Erbbauzins habe die Stadt weitere finanzielle Einbußen bewusst in Kauf genommen, betonte Runges Rechtsanwalt Markus Rainer. Darüber hinaus habe die Stadt mit Bund und Freistaat mehr als 100 Millionen Euro für den Ausbau der U-Bahn, der Autobahnanschlüsse oder für den Bau von Brücken und Rettungswegen zur Verfügung gestellt, die ausschließlich dem Stadion und dessen privaten Betreibern zugute kamen. Somit liege eine faktische Beihilfe der öffentlichen Hand vor … »Wenn die Kommission das durchgehen lässt, macht es irgendwann jeder. Dann hat man keinen Wettbewerb mehr.« Schon vor ein paar Jahren hatte Runge einen Vorstoß bei der EU-Kommission gewagt, war aber gescheitert. Diesmal hat die Behörde die Beschwerde … angenommen und ihr das Aktenzeichen CP 62/2009 gegeben.  – Merkur Online¹
 
Sicherheit?
6.4.2009 – Wegen angeblicher Ausschreitungen wurde der Streetwork-Bus, der im Auftrag des Fanprojekts bei Heimspielen (nach Weisung der Polizei allerdings auf dem Busparkplatz der Gäste) Anlaufstelle und Treffpunkt unserer Fans ist, 1 1/2 Stunden vor dem Spiel entfernt, da Gäste die Anwesenheit des Fanprojekts samt Bus als Provokation empfinden könnten. Auf der Esplanade wurde fleißig »Gruppenbildung« verhindert. Dass vor der Einlasskontrolle wegen bekannt mangelhafter Organisation dann »Gruppen« von mehreren hundert Leuten entstanden, war der Polizei jedoch kein Grund für Sicherheitsbedenken.
Was wirklich geschah: Einige Leute aus Osnabrück hatten am Vortag am Chinesischen Turm mehr getrunken als eigentlich hineinpasst und die Form verloren. Das ist nicht schön, hat jedoch mit Randale oder Fan-Gewalt nichts zu tun und kommt in den Besäufnisanstalten unserer Stadt immer mal wieder vor. Ansonsten waren die Osnabrücker (abgesehen von diesem doofen Gegentor) pflegeleicht und friedlich.
Wir appellieren dringend an die Verantwortlichen, dieses kontraproduktive und gefährliche Herbeireden von Gewalt endlich einzustellen, und fordern Vereinsführung und Management auf, hier ein ernstes Wort mit den Ordnungshütern zu reden.
Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet das Fanprojekt als »Sicherheitsrisiko« diffamiert wird! Aufwachen, Leute!
 
Die Löwenfans gegen Rechts gratulieren der neuen Abteilungsleitung der Fußballabteilung recht herzlich zu ihrer Wahl und wünschen ihr bei ihrem schweren Amt alles Gute und viel Erfolg für unsere geliebten Löwen. Leider ist es uns nicht gelungen, zusammen mit unseren Freunden von PRO1860, FdS, CN bei der Delegiertenwahl eine Mehrheit zu erreichen. Angesicht der vermeintlichen Mitgliederstärke der ARGE war dies eh von je her ein sehr ehrgeiziges Ziel. Nichtsdestotrotz werden wir uns auch weiterhin zum Wohle unseres Vereins einbringen und einmischen. Wir gratulieren allen gewählten Delegierten zu ihrer Wahl. Als interessierte und kritische Mitglieder der Fußballabteilung freuen wir uns darüber, dass es nun jährlich eine Abteilungsversammlung geben wird, die wir gerne nutzen werden, um von der Abteilungsleitung sowie den Delegierten, unseren Vertretern im Hauptverein, über ihr Handeln zum Wohle des Vereins informiert zu werden.
Pressemitteilung TSV
6.4.2009 – Delegiertenwahl der Fußballabteilung
Mit knapp 18.000 Mitgliedern ist die Fußballabteilung des TSV München von 1860 e.V. die mitgliederstärkste Abteilung der Löwen und stellen 174 Delegierte. »Die Auszählung der 907 gültigen Stimmzettel … liegen uns seit Montag vor«, sagt Robert Reisinger, der neue Fußball-Abteilungsleiter. »Allerdings können wir die Namen der gewählten Delegierten erst Ende April final veröffentlichen, da zunächst jeder Delegierte seine Wahl bestätigen muss.« … Von den 174 Delegierten sind gemäß dem vorläufigen Ergebnis 144 der ARGE zuzuordnen, 30 stehen PRO1860 nahe. »Ich bedauere sehr, dass unter den gegebenen Umständen verdiente Mitglieder keine Chance hatten, als Delegierte für den TSV 1860 gewählt zu werden. Es wurden beispielsweise vorgeschlagene Mitglieder aus dem Ordnungsdienst der Jugendabteilung, den Alten Herren oder von den Schiedsrichtern komplett übergangen. Ich hätte es sehr begrüßt, wenn auch Vertreter aus diesen Unterabteilungen der Fußballabteilung in der Delegiertenversammlung vertreten gewesen wären. … Am Ende haben 15 Stimmberechtigte den Unterschied für die Mehrheitsverhältnisse ausgemacht.«
 
Kooperation
6.4.2009 – Heute ging eine gemeinsame Erklärung von Pro-1860 und Arge durch die Drähte, in der beide betonten, künftig zum Wohle des Löwen zu kooperieren. Wir werden den Beteiligten diese Erklärung bei jeder passenden Gelegenheit unter die Nase halten – und zwar Freunden und »Nicht-ganz-so-Freunden« gleichermaßen! Unter anderem wäre ein Beschluss der Abteilungsversammlung umzusetzen, nämlich der, das depperte Delegiertensystem endlich abzuschaffen – was die Arge bisher mit allen Mitteln bis hin zum Scheitern der Satzungs-Kommission 2008 verweigert hat.
 
Robert Reisinger
29.3.2009 – Robert Reisinger ist mit einer 2/3-Mehrheit zum neuen Abteilungsleiter Fußball gewählt worden. Daniel Bauer ist zum Vize gewählt, Thomas Probst zum Kassier. Nach KHWs Satzung muss der Vereinsrat die Wahl bestätigen. Theoretisch kann der Vereinsrat nach Gutdünken andere Leute einsetzen als die gewählten. Das sollte er sich allerdings gut überlegen.
 
Kernschmelze?
28.3.2009 – Andreas Kern, der zweite Vorsitzende der Arge in einem SZ-Interview¹ (Zitat wörtlich): »Wir sind der Meinung, dass eine Einmischung von Delegierten und Fangruppierungen in die Vereinspolitik grundsätzlich verkehrt ist«. Geht's denn noch? »Einmischung« der Delegierten in den Verein? Herr Kern, das Deutsche Reich existiert nicht mehr! Wir lesen gemeinsam: »Die Delegiertenversammlung ist das oberste beschließende Vereinsorgan« (Satzung, § 13.1). Solche Äußerungen sind ein Ausschlussverfahren wert, Herr Kern! Und zwar für den ganzen Arge-Vorstand, falls dies wiklich die dort vorherrschende Ansicht ist, wie Herr Kern behauptet. Vgl. § 32 BGB: »Die Angelegenheiten des Vereins werden … durch Beschlussfassung in einer Versammlung der Mitglieder geordnet.« Alles klar?
 
Tanner geht
27.3.2009 – Ernst Tanner, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) verlässt den TSV. Im Gegensatz zu beinahe allen personellen Veränderungen der letzten Jahre ist in diesem Fall der einhellige Kommentar: »Schade.« Wir wünschem ihm viel Erfolg bei seiner neuen Aufgabe und unserem Nachwuchs einen ähnlich fähigen Nachfolger – und hoffen eines Tages auf eine Rückkehr zu den Löwen.
 
'Deal' geplatzt
4.3.2009 – Der Investoren-'Deal' ist vom Tisch, die gegenwärtige Konstellation lässt das geplante Modell wohl nicht zu. Immerhin hat sich der TSV für klare Zuständigkeiten ausgesprochen, das ist eine gute Idee. Insgesamt scheint die Konstruktion mit der GmbH & Co KGaA nicht das Wahre zu sein – man sollte vielleicht darüber nachdenken, ob man nicht die sportliche Leitung in eine GmbH umwandelt und daneben eine reine Finanzierungs-Gesellschaft aufbaut (von der man eventuell auch Anteile verkaufen kann), um auch hier die Zuständigkeits-Bereiche klar zu trennen. Damit sollte dann auch die DFL leben können.
 
Kurz entlassen
24.2.2009 – Nach der Entlassung des Trainers, zu dem man nach offizieller Verlautbarung mindestens bis Saison-Ende halten wollte, nehmen wir die Euphorie in Sachen Neuanfang vorläufig zurück.
 
Na also!
11.2.2009 – Wir begrüßen den »unvermeidlichen Nachfolger« herzlichst als Geschäftsführer des TSV (KGaA)! Manfred Stoffers, bei den Löwen bekannt vom ehemaligen Sponsor Festina, ist ab sofort Sprecher der KGaA. Nein, wir hatten keine Insider-Info darüber, und wir freuen uns um so mehr, im Löwen-Team einen rührigen Menschen zu haben, der weiß, was er will, und der sich nicht von jedem Presse-Praktikanten unterbuttern lässt.
 
Und jetzt??
8./10.2.2009 – Nach DFL-»Bedenken« wurde das Geschäft mit Schwarzer vorläufig abgeblasen. Die Kontinuität des Chaos ist also ungetrübt. Wir werden wohl erst einmal aufhören, diesen ganzen Schwachsinn, der da durch die »schöne runde Welt« der Funktionäre und Berichterstatter zu toben scheint, weiter zu verfolgen und zu kommentieren: »Muss das Präsidium jetzt zurücktreten? – Wann gehen bei 1860 die Lichter aus? – Giftgrüner Komet im Anflug! – So werden hilflose Senioren geprellt! – Was darf der Chef? – Bruchpilot will Waffen zurück! – Vier Zebras irren durch Augsburgs Straßen! – Binnen 24 Stunden: Frau zweimal volltrunken hinterm Steuer! – Verkehrskontrolle in Österreich verfassungswidrig! …«
Irgendwann werden wir wissen, wie auch diese Episode ausgegangen ist.
 
Frischer Wind?
2.2.2009 – Wir begrüßen Miroslav Stević als neuen Sportdirektor des TSV und verabschieden uns ebenso herzlich von Stefan Reuter. Stević hat von 1994 bis 1998 bei den Löwen gespielt sowie u.a. zur WM 1998 in der Jugoslawischen National-Elf. Wir wünschen ihm gutes Gelingen – und uns, dass der Fußball wieder Thema Nr. 1 bei den Löwen wird – »добро дошао!«
Sehr schön ist sein Umgang mit der Presse: Er gibt den Leuten Futter, und die Herrschaften müssen sich nicht irgendwelchen Quatsch aus den Fingern saugen.
Da die Führung eines Unternehmens mit 25 Millionen Jahresumsatz und die sportliche Leitung einer Bundesliga-Mannschaft durchaus unterschiedliche Qualifikationen erfordern, soll es dafür künftig eigene Geschäftsführer bei 60 geben (was macht eigentlich Manfred Stoffers?).
Zugleich gibt der Berliner Unternehmer Nicolai Schwarzer den Löwen Geld für neue Spieler. Er erhält dafür die Option auf 20 Prozent Anteile an der KGaA und entsendet zwei Aufsichtsräte. Seine Ansage, er wolle Geld verdienen, und als erstes müsse das »strukturelle Defezit« weg, klingt schon mal wesentlich besser als besagte »Rettung« durch Kredite zu 15 Prozent Jahreszins.
Jedenfalls ist Schwarzer kein Wurstfabrikant und scheint auch kein Spezl des Aldi-Zulieferers zu sein. Im Gegenteil: Der Bratwurst-König tobt – das kann doch nur ein gutes Zeichen sein …
Die Pressemeldung, eine Firma mit Briefkasten in Virgin Islands steige bei 60 ein, ist definitiv falsch – aber so hätte es durchaus kommen können! Vielen Dank an den langjährigen Präsidenten, dessen Misswirtschaft all dies erst ermöglicht hat!
Auch dürfen wir uns mit Freuden vom Haupt-Sponsor Trenkwalder und seinem roten Schriftzug verabschieden.
 

 

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