Löwenblut ist blaues Blut!
… und es muss einmal gesagt werden:

Der TSV hat die besten Fans der Welt!

Meisterschaft, Abstieg, Aufstieg, wieder Abstieg, Chaos, Insolvenz, Müllberg-Arena: Die Fans bleiben dem TSV treu; selbst die, die längst abgeschworen haben, kehren irgendwann zurück. Und wenn es »nur« zu den Amateuren ist.

Löwenblut ist blaues Blut, und Blut ist dicker als Klärschlamm.

 

Firlefranz-Dome  
 
Fern der Heimat …
 

… kicken die Löwen jetzt unmittelbar neben U-Bahn-Betriebshof, Sondermüll-Deponie, Klärbecken, Faultürmen und begrüntem Müllberg mit Windrad in einem prunkvollen Neubau mit Teflon-Dach, den der Erzrivale ganz dreist als »seine Arena« bezeichnet. Dass es da noch einen ehemals gleichberechtigten Partner gibt, ohne den keine Zuschüsse der EU gekommen wären und somit keine subventionierte Erschließung, davon liest man kein Wort.

Die Löwen waren Erfüllungsgehilfe für megalomanische Visionen des Aldi-Bratwurst-Fabrikanten und seiner Gang, und unser dicker Ex-Chef hat davon nichts gepeilt.

Ja, genau der gleiche dicke Ex-Chef, der schon 1995 sagte: »Vielleicht verlieren wir 500, vielleicht auch 1000 Fans. Im Olympiastadion können wir aber 30000 dazugewinnen!« Die Fans waren ihm egal, sind heute noch egal. Doch die Rechnung ging damals nicht auf, und sie geht heute nicht auf.

 

Fußball ohne Fans ist wie Butterbrot ohne Brot.

Der TSV 1860 hat die besten Fans der Welt: Sie lassen beinahe alles mit sich machen!

Zentrales Thema ist hier natürlich die Frage nach der Heimat, die Entfremdung, auch die Sorge um die Zukunft unseres Vereins, der sich u.a. ein Denkmal gebaut hat (genauer: ein ehemals halbes Denkmal), gegen das Neuschwanstein und alle anderen Schlösser Ludwigs des Zweiten geradezu verblassen.

Schon die Testspiele zeigten, dass im WM-Vorfeld mächtig in Sachen »Sicherheit« geübt wurde. Die Gäste konnten glatt meinen, unsere Farben seien grün-weiß oder schwarz-schwarz. Auch wenn lange keine Stadionordnung veröffentlicht wurde, schien es allerlei neue Verbote zu geben: Zaunfahnen, Doppelhalter, Fotoapparate. Und neue Stadionverbote: Als zusätzlicher Tatbestand sollte die »Blockfahnenflucht« eingeführt werden; nach Meinung vieler Fans eine arge Sache.

Ja, richtig gelesen. Eindeutig außerhalb der Faschingszeit wollte eine in Neuburg ansässige zentrale Fanorganisation für organisierte Fans eine auch für nicht- und unorganisierte Fans gültige Direktive erlassen, nach der das Nicht-Beteiligen am Hochziehen der Blockfahne zum Stadionverbot führt. Wir alle hofften, dass es sich hierbei auch nur um eine mehr oder weniger lustige Geschichte handelte, und dass niemand wirklich daran dächte, solchen Unfug in die Tat umzusetzen. Naja, letztlich hat man sich geeinigt.

Es wird sich herausstellen, ob sich die Löwen in Großlappen ansiedeln werden, oder ob die neue Heimat zur Pleite-Falle wird. Letzteres hofft natürlich niemand; aber ganz ehrlich gesagt hat der Neubau den Charme und die Gemütlichkeit einer Siemens-Kantine. Außen herum ein Gitterzaun, und überall bewaffnete Aufpasser. Fraglich, ob das alle bisherigen Fans als Wochenend-Vergnügen irgendwann akzeptieren werden.

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»Ha  – ho – höre:   Löwen-Amateure!«

Man kann sich darüber streiten, ob die Parole wirklich gut ist – immerhin ist sie absolut richtig. Im Grünwalder bei der U-23 treffen sich nicht nur die, die schon immer dort waren – seit der »Aktion X-Tausend« zum letzten Heimspiel der Saison 2006/07 ist die Zahl der regelmäßigen Besucher sprunghaft gewachsen; mittlerweile sind über 750 Dauerkarten für 1860-II verkauft. Die, die schon immer dort waren, und auch die, die inzwischen immer dort sind, kennen sich. Nein, das ist nicht »zu Gast bei Freunden«, das ist zu Hause mit Freunden.

Was gibt es dort zu sehen? Fußball wie vor dem blöden »Kommerz-Hype«. Gute Spiele, auch mal nicht so ganz gute. Treue Fans und neue Fans. Die Stadionwirtschaft mit dem Foto von Rudi Brunnenmeier und der Meisterschale. Den Ausblick vom Pissoir-Fenster auf den Rasen. Außenrum Giesing statt Großlappen. Tram und zwei U-Bahnen (zehn Minuten zum Hauptbahnhof) statt 10-Euro-Parkhaus und Ölsardinen-Express.

Eigentlich sollte das gar nicht hier stehen. Wer nicht selbst hingeht, verpasst zu Recht, was er verpasst.

Geht hin ins GWS zur U-23 – zeigt, wo wir zu Hause sind – zeigt, dass sich Löwen nicht vertreiben lassen!

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