Immer wieder wird im Zusammenhang mit Fußball Rassismus und Gewalt in einem Atemzug genannt. Das kann man so verstehen, dass Rassismus nur in Zusammenhang mit Gewwalt, also letztlich im Rahmen von (dennoch traurigen) Randerscheinungen auftritt – was jedoch nicht stimmt. Was also ist damit gemeint?

Gewalt und Fußball

… in der Presse

Wir alle kennen die Pressemeldungen z.B. vom Ama-Derby im Dezember 2007. Dort wurde behauptet, hunderte von Fans hätten sich Straßenschlachten geliefert. Seltsamerweise gab es dabei keinerlei Sachschäden; offensichtlich wurde nicht einmal ein Rasen widerrechtlich betreten. Seltsam? Ja. Wie sich herausstellte, entstammten die Meldungen einem Polizeibericht, der kleine Handgreiflichkeiten von ein paar Jugendlichen in der Nähe des Stadions, allerdings Stunden vor Anpfiff, zum Vorwand nahm, einen völlig überzogenen Polizeieinsatz samt Knüppel-Orgie zu rechtfertigen. Die Verfahren gegen die Einsatzkräfte dauern noch an, die Presse hat niemals widerrufen.

Ikea Andererseits gibt es Berichte über Schlägertrupps, die sich unter Fußball-Fans mischen, um aus der Menge heraus ihrem »Hobby« zu frönen. Das ist in der Tat ein Problem, das gelöst werden muss. Allerdings ist das nicht alleine oder gar in erster Linie ein Problem des Fußballs, sondern tritt vielleicht abgesehen von Fronleichnamsprozessionen immer wieder bei Veranstaltungen mit viel Publikum auf. Vereine und Fußballverbände beziehen zu diesem Thema eindeutig Stellung (jedenfalls seit einiger Zeit) und sind somit diversen Akteuren aus der Politik ein paar Schritte voraus.

… unter Fans

Im Gegensatz zu früheren Jahren, als Fußball als reiner Männersport galt und Gewalt als männliche Tugend, spricht sich die Fan-Szene heute in großer Mehrheit gegen Gewalt als Kommunikationsmedium unter den Fans aus. Hier sind die Fans auf jeden Fall den alten Fußball-Funktionären voraus, die seinerzeit entsprechende Probleme nicht sehen wollten und damit das Vorbild »Hooligan« erst ermöglichten. Dies ist ein Fortschritt, auf dem man sich jedoch nicht ausruhen darf; hier leisten Fanbetreuer und Fanprojekte gute Arbeit.

… die Staatsmacht

Unter anderem in Bayern haben wir die Kriminalisierung der Fans seitens der Ordnungsmacht zu beklagen, die sich in regelmäßigen überzogenen Aktionen durch Polizei und Sonderkommandos manifestiert. Hier sind die Vereine und Verbände gefragt, die Darstellung der Ereignisse in den Rahmen der Tatsachen zu rücken und nicht weiter nur jammernd zu kuschen.

… unter Spielern

Nachdem beim Fußball gegenerische Mannschaften aufeinender treffen, sind Rivalitäten, Unstimmigkeiten, Streitigkeiten und heftige Emotionen unter den Spielern häufig.

Eines der Ziele der sportlichen Ausbildung des Nachwuchses ist, solche Probleme ohne Gewalt zu regeln sowie Fehlverhalten oder Fehlentscheidungen nicht in dumpfem Hass oder rassistischen Abwertungen enden zu lassen. Genau dies beantwortet die Eingangsfrage: Es geht um Gewalt, Hass und Rassismus unter den Spielern, dem man entgegenwirken will. Die Botschaft ist eindeutig: »Fairplay in allen Bereichen.«

Das gilt dann mittelbar auch wieder für die Fans.

 

Was zu dem Thema noch zu sagen wäre:

… hau dich mit irgendwem, dem das Spaß macht, und lass die anderen Leute in Ruhe.

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