Krawatte »TSV« 32 Euro. Bannerfahne »Mega Stripes« 185 Euro. CD »Löwenarena« 16,50. Das 3:2 in der 90. Minute unbezahlbar!
Kommerz ist, auch wenn manche Leute das behaupten, nicht der Sinn des Lebens. Das 3:2 kurz vor Schluss kann man nicht mit der Arena-Card kaufen. Fans kann man auch nicht kaufen. Fußball ist für die Fans in erster Linie Spaß und Freizeit das Gegenteil von »Geschäft«.
Trotzdem macht bei den meisten Liga-Clubs bei 60 leider auch der Fußball nur noch einen Bruchteil des »operativen Gesamtvolumens« aus. Mehr als die Hälfte der Einnahmen kommen aus Werbe- und TV-Verträgen, mehr als die Hälfte der Ausgaben gehen in Provisionen und Immobilien (wenn sich auch nicht jeder Club so ein Millionengrab leistet wie die Arena).
Formel 1, Tennis, Skispringen: Es gibt genug Beispiele, wo »Gott« Kommerz den Sport durch überzogene Gewinnabschöpfung bei nachlassendem Boom-Interesse schlicht und einfach kaputt gemacht hat. Wir wollen unseren Fußball nicht in dieser Liste sehen müssen; schon deshalb sind wir gegen den »totalen Kommerz«.
Diese Weisheit hat bestimmt jeder schon gehört. Auch die
Werbe-Leute und Sponsoren, die daraus schließen, sie hätten das Sagen. Ohne deren Geld
wäre eine Arena-Stehplatzkarte kaum unter 50 Euro zu haben, eher teurer. Doch wer bezahlt die
Sponsoren und Fernsehleute? Ja, letztlich deren Werbe-Zielpublikum die Fans.Geschäft ist ein Geben und Nehmen. Jeder zahlt an jeden. Somit hat auch keiner der Beteiligten das Recht, dem anderen seinen Willen aufzuzwingen. So einfach ist das letztendlich. Selbst der König, dessen Münzprägewerkstatt (Bild rechts) so viel Macht ausstrahlt, wäre ohne die Kartoffeln der Bauern kein Mächtiger gewesen. Also, hören wir endlich auf, dem Geld zu huldigen am Ende geht es doch um Kartoffeln. Oder eben um Fußbälle die Formen ähneln sich nicht ohne Grund.
Irgendwann ist der »Kunde« von all der Dauerwerbung so übersättigt, dass die Werbebotschaften ins Leere laufen oder ins Gegenteil umschlagen. Fußball ist noch ziemlich »angesagt«, verspricht weitere Renditen, nicht zuletzt wegen der WM 2006. Aber irgendwann ist auch dieser Rausch vorbei; jede Mode legt sich. Und was dann?
Mit dieser Forderung stehen wir keineswegs alleine vgl. »Aktive Fans, B.A.F.F.«. Fußball gehört den Aktiven und den Fans, nicht dem Kommerz. Wir wollen schließlich alle nicht nur zahlenden Statisten sein für ein paar Pfeffersäcke, die sich an der beliebtesten Volksbelustigung über alle Maßen bereichern. Sollen die doch selber kicken oder Kartoffeln pflanzen
Vielleicht ist es schon zu spät gegenzusteuern. Vielleicht auch nicht. Deshalb unsere Forderung: Steigt aus den Prestige-Projekten aus, die ihr euch nicht leisten könnt. Befreit den Fußball aus dem Diktat der wundersamen Geldvermehrer, besinnt euch wieder auf den Sport und auf die Fans.
Die Bundesliga wird nur noch über Pay-TV ausgestrahlt. Die Anbieter kommen und gehen; das Geschäft läuft nicht wie erträumt. Viele der sicher geglaubten Käufer sehen sich die Spiele lieber in der Kneipe an, statt die Programme zu abonnieren. Kirch gilt als der prominenteste deutsche Medien-Pleitier. Für seine Kredite bürgte und zahlte letztendlich der Staat, also die Allgemeinheit. Es gibt wichtigere öffentliche Aufgaben als die Finanzierung goldener Nasen für Einzelunternehmer und Manager.
Noch ein kleiner politischer Nebeneffekt am Rande: Je größer die Bühne, je mehr Rummel außenrum gemacht wird, um so mehr wird der Fußball interessant als Schauplatz für Propaganda. Das will niemand wirklich.
Es gibt viele Gründe, das aufgeblähte »Außenrum« gesund zu schrumpfen. Auch wenn der Mensch auf Monumentales steht: Bisweilen ist es an der Zeit, das Große hinter sich zu lassen und sich darauf zu freuen, was das Leben nach dem Geschäftmachen bringt.