Keineswegs beschränkt sich das Thema Rassismus auf Fankurve und Ballspiel, vielmehr liegt die Ursache für solchen fremdenfeindlichen Schwachsinn außerhalb des Stadions, im sogenannten »Richtigen Leben« ®.

Rassismus

FARENur die Farbe trennt uns … die Farbe der Hemden -> 

Rassismus ist eine extreme Form der Fremdenfeindlichkeit, die letztlich auf Angst beruht. Angst ist etwas ganz Natürliches, ein Schutzmechanismus, der uns hilft, zu überleben (»soll ich diese süße gefleckte Katze streicheln? – Nein, lieber nicht«). Doch der menschliche Überlebensvorteil besteht in weit größerem Maße in der Fähigkeit, Angst zu überwinden und das Fremde kennen zu lernen. Offenheit erweitert den Horizont und schafft Vorteile.

Toleranz dagegen ist die Bedingung für friedliches Zusammenleben. Toleranz bedeutet nicht, alles hinzunehmen, sondern die Unterschiedlichkeit der Menschen anzuerkennen, andere Ansichten, sofern sie nicht feindselig sind, anzuhören und letztlich aus der Gesamtheit der Unterschiede gegenseitig zu profitieren.


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Aus dem »loewenforum«:

Wenn jemand, der 35 Jahre nach Kriegsende geboren ist, partout der Überzeugung ist, nur die Angehörigen seiner eigenen »Herrenrasse« seien wirkliche Menschen, dann kann ich das nicht ändern – dafür gibt es Psychiater. Was ich allerdings verlange, ist, dass die Leute einsehen, dass der Fußballplatz nicht der geeignete Austragungsort ist für solche Dinge, und dass sie die Regeln des »Fairplay« einhalten. Mehr nicht.

Im Mai 2005 gab es im Löwenforum sehr interessante Diskussionen zu den rassistischen Verfällen insbesondere beim letzten Saisonspiel gegen Ahlen:

1. Direkt zu den Vorfällen: »Super Fans«¹

2. »Mal wieder was ganz neues: Politik in der Löwenkurve«¹ anlässlich einer roten(!) Fahne mit Che Guevara drauf

Insgesamt sehr positiv – man könnte glatt das Vorurteil des Fußballfans als rassistischen, dauerbesoffenen Proll verlieren!


Rassismus im »Richtigen Leben« ®

Beim Wort »Rassismus« denkt man erst einmal an die extremsten Auswüchse:

Das sind die Extreme, aber Rassismus fängt viel früher an, nicht im staatlichen oder institutionellen Bereich, sondern im ganz privaten, persönlichen.

Bereits die (leider) »alltägliche« Fremdenfeindlichkeit ist Rassismus. Niemand verlangt, dass wir alles Fremde sofort toll finden (außer es kommt aus den USA und kostet viel Geld). Was der Bauer ned kennt, frisst er ned. Aus Angst oder Dummheit, ist egal. Angst und Dummheit sind eigentlich nicht so schlimm. Schlimm wird es erst, wenn daraus Voreingenommenheit wird (das bedeutet: etwas bereits zu bewerten, bevor man es kennt), oder Hass. Solcher Hass gegen Unbekanntes, Fremdes führt zu Gewalt, endet letztlich in Krieg und Völkermord. Deswegen sind Rassismus und Fremdenfeindlichkeit keine »Meinung«, kein harmloses Phaenomen, sondern eine menschenverachtende und damit verbrecherische Weltsicht. Und das Gleiche gilt für Ideologien, die die eigene Gruppe auf Kosten von Minderheiten oder Nachbarn zu höher- und damit die Anderen zu minderwertigen Menschen erklären.

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Und genau das meinen wir, wenn wir »gegen Rechts« schreiben: Niemand darf sich zum Herrenmenschen erheben und damit Andere zu Untermenschen machen. Wem das nicht einleuchet, der möge sich bitte mit dem Thema »Menschenrechte«¹ befassen.

Was also können wir tun? Ganz einfach. Fangen wir bei uns an. Da die Sprache das Denken bestimmt (oder denken wir in Videos? Nein.), streichen wir jetzt, sofort, alle Schimpfwörter aus unserem Gebrauchswortschatz, deren Hintergrund rassistisch oder gegen Minderheiten gerichtet ist (also wirklich alles, »Neger«, »Kanak«, bis »Jud« und »Schwuchtel«) – das ist eine Frage der Menschenwürde. Und als Nächstes fangen wir an, bei den leider zahlreichen entsprechenden Gelegenheiten unseren Mitmenschen klar zu machen, dass wir solches Zeug nicht hören wollen. Es funktioniert. Es werden nur Diejenigen nicht damit aufhören, die sich mit voller Absicht als Mega-Blöd-Schwachkopf outen wollen.

Aktiv gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit – jetzt!


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Fußball und Rassismus

… ist speziell in Deutschland ein trauriges Kapitel: In den 1930ern hat die NSDAP die Sportvereine, besonders die Fußballvereine der Arbeiter und der »kleinen Leute«, dazu missbraucht, sich in Szene zu setzen und die Sympathien der unpolitischen »Masse« zu gewinnen. Fußball gehört jedoch dem Fußball, nicht der Propaganda. Wir wollen solche Dinge nie wieder erleben müssen. Und wieser, etwa seit den 1980ern, versuchen organisierte Rechte, die Fankurve für ihre Zwecke zu vereinnahmen – leider mit Erfolg.

Rassistische Parolen und Gesten und sind keine Seltenheit, auch nicht das Zur-Schau-Stellen entsprechender Gesinnung in Form von Glatze, Bomberjacke, schwarz-weiß-rotem Schal und eindeutigen Aufnähern. Leider wird das zu oft stillschweigend hingenommen, denn unsere Herren Nazis und Rassisten verstehen dieses Wegschauen als Zustimmung, sehen sich gar als Sprachrohr einer Art »schweigenden Mehrheit«, was sie zum Anlass nehmen, immer dreister die Stadion-Öffentlichkeit für ihre Propaganda zu missbrauchen. Das Verhalten (bzw. Stillhalten) der sonst so bemühten Ordnungskräfte verstehen sie gar als Solidarität der offiziellen Seite …

Fußball darf nicht zur Nazi-Veranstaltung verkommen. Und wir Fans wollen uns nicht sagen lassen müssen: »Was hast du mit diesem Nazi-Verein zu tun?«

Mehrfach hat der TSV angekündigt, auf fremdenfeindliche oder rassistische Rufe mit Durchsagen oder per Anzeigetafel zu reagieren – bei der Ankündigung bleib es bisher. Doch immerhin bezieht 1860 im Entwurf der neuen Satzung vom Oktober 2006 eindeutig Stellung gegen Rassismus und Diskriminierung.

Dieser Zustand ist nicht hinnehmbar.

Angesichts wachsender und immer brutaler werdender rechtsradikaler Übergriffe in ganz Deutschland kann es nicht angehen, dass ein Fußballstadion als politikfreie Insel angesehen wird. Man muss den Nazis entschlossen und deutlich entgegentreten. Aber nicht nur den offen erkennbaren Nazis: Nach wie vor ist das berühmte »uuh-uuh-uuh«-Rufen an die Adresse farbiger Gegenspielern auch unter sogenannten »normalen Fans« verbreitet. Spricht man sie darauf an, kommt als Antwort meist »Des hod doch nix mit Rassismus zum doa«.

Das hat nichts mit Rassismus zu tun? Mit was denn sonst, bitte?

Es gibt kaum etwas typischer Rassistisches als: dunkle Haut – »Neger« – Urwald / Affe – »uuh, uuh, uuh!«.

Wir wollen keine Nazis und Rassisten, keine Fremdenfeindlichkeit bei den Löwen! Wir wollen die Fans ermutigen, sofort lautstark Stellung zu beziehen, wenn ausländerfeindliche und rassistische Rufe aufkommen!

Wir werden auch weiter optisch mit T-Shirts, Transparenten und Aufklebern dem rechten Sumpf Paroli bieten. Sie sollen merken, dass sie bei den Löwen, und nicht nur da, nichts zu suchen haben. Wir werden uns einmischen – bei der Vereinspolitik, bei der Parteipolitik, bei Demos – und wir werden eindeutig Stellung beziehen.

Wir werden aber auch feiern, Spaß haben, Auswärtsfahrten machen, andere Fans treffen – und uns durch die Nazis unsern Spaß nicht verderben lassen!

Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, gegen Nazis – nicht nur beim Fußball!!!


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Rassismus bei der EM 2004

EM

Rassistische Ausfälle von Fans aus Kroatien – FARE¹ interveniert erfolgreich

Während des Spiels Kroatien-Frankreich am 18. Juni kam es von kroatischen Fans wiederholt zu »Uff-uff-uff«-Geschrei und Rufen wie »Geht zurück nach Afrika«. Transparente mit neonazistischer Symbolik (Keltenkreuz, »Kroatische Ultras Mostar«) waren zu sehen.

Aufgrund des Ausmaßes der Beschimpfungen hat sich FARE zu einer ungewöhnlichen Maßnahme entschlossen: Das Netzwerk hat die UEFA aufgefordert, noch während des laufenden Turniers sofortige Strafmaßnahmen einzuleiten – mit Erfolg! Es gibt ein Abmahnverfahren gegen den kroatischen Fußballverband, und nach Aussagen unserer Exklusiv-Berichterstatter vor Ort gab es vor jedem folgenden Spiel Durchsagen gegen Rassismus (auch in den Landessprachen der Teams), mit der Aufforderung, sich an antirassistischen Fanprojekten zu beteiligen.


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WM 2006

Offensichtlich haben die Offiziellen dazu gelernt und zur WM 2006 eine weitgehend erfolgreiche Antirassismus-Kampagne stattfinden lassen.

Natürlich gab es blöde Szenen. Doch überwiegend war die Stimmung so, dass das Motto »die Welt zu Gast bei Freunden« gelebt wurde. Der dumme Nationalismus ist in einem Meer aus schwarz-rot-goldenen Fähnchen untergegangen. So ist das in Ordnung, wirklich.


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Die Presse zum Thema Rassismus

Sueddeutsche Zeitung, Panorama, 17.11.2003:

Rassismus schadet Ihrer Intelligenz – Experimente von Hirnforschern belegen, dass Vorurteile den Verstand blockieren

Dass rassistische Vorurteile kein Zeichen für ausgeprägte Klugheit sind, mag nicht überraschen. Doch erstmals konnten Hirnforscher und Psychologen nun messen, wie sehr Antipathie gegenüber Schwarzen das Denkvermögen weißer Studenten ruiniert … weiter bei sz online¹

Sueddeutsche Zeitung, München, 18.11.2003:

Münchener CSU – Rechtsextremer seit Jahren Mitglied

»Ja, ich bin Mitglied der Münchner CSU.« Seit 1995 schon. Das bestätigt Thomas S. Fischer, Jahrgang 1969, gerne. Und nein, bei ihm habe sich die Partei nicht gemeldet, um ihn wegen der Aktivitäten zur Rede zu stellen, die er sonst entfaltet. … (Der Artikel ist nicht mehr verfügbar online)¹


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Schwarz-weiß im Farbfernsehen

Jeder Zuschauer hatte schon einmal Angst, nach zu viel TV-Konsum zu verblöden. Anscheinend kann das auch beim TV-Produzieren passieren – hier ein besonders hanebüchener Vorfall, wen wunderts, aus einer Sportsendung (Auszug aus dem Hamburger Abendblatt):

Den Höhepunkt an Dummheit aber gab es am Sonnabend (Samstag): ZDF-Sportstudio, Moderator Rudi Cerne. Der frühere deutsche Eiskunstlauf-Meister hatte den Dortmunder Otto Addo zu Gast. Und dann diese an Dummheit nicht mehr zu überbietende Frage: »Otto Addo, wenn Sie sich eine Hautfarbe wählen könnten, für welche würden Sie sich entscheiden?«

Cerne las diese Frage von einem Zettel ab. Und Addo schluckte. Addo, in Hamburg geboren, spricht perfektes Deutsch. Er ist Deutscher – und Ghanaer. Und Ghanaer haben in der Regel die Hautfarbe schwarz. Sie haben sich die Farbe nicht ausgesucht; sie können sich auch, selbst wenn sie es wollten, keine Farbe aussuchen. Genau wie unsereiner.

Hätte Otto Addo, der ein lieber Mensch und ein hervorragender Fußballer ist, die Wut und auch den Mut von Rudi Völler gehabt, dann wäre er bei der Frage nach der Hautfarbe einfach gegangen. Und wenn das ZDF mutig wäre, hätte es diese saudumme Frage irgendwann in einem Rückblick auf Höhe- und Tiefpunkte des Sportstudios gezeigt.

Besonders peinlich: Die Hautfarben-Frage wurde nicht spontan unmittelbar nach einem Spiel gestellt (da häufen sich die peinlichkeiten bekanntermaßen), sie war Stunden vor der Sendung schon unbeanstandet »im Kasten«.

Den ganzen Artikel »Nachspiel« gibts beim Hamburger Abendblatt¹ (von Dieter Matz, 15.9.2003).

Fazit: Den Fernseher verkaufen, GEZ und Kabel abmelden. Spart viel Zeit, Geld und graue Zellen.

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