Das Presse-Echo war riesig, die Auswertung kann daher nicht vollständig sein. Hier ein paar Artikel aus dem In- und Ausland. Ansonsten hilft »Google¹« weiter
(foto lfgr-jk): Das Motto von Mark Perryman:
»time to make friends« einer der vielen Gäste nach dem offiziellen
Teil der Veranstaltung bei Maccabi München -> DPA Fangruppen besuchten gemeinsam KZ-Gedenkstätte Dachau (23.6.2006): »Einen Tag vor dem Achtelfinalspiel Deutschland gegen Schweden in München wollen Fangruppen aus Deutschland, Polen und England gemeinsam die KZ-Gedenkstätte Dachau besuchen. In dem ehemaligen Konzentrationslager sollten am Freitag Kränze zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus niedergelegt werden, teilten die Löwen-Fans gegen Rechts am Donnerstag in München mit. An der Aktion beteiligen sich den Angaben zufolge auch die englischen LondonEnglandfans, die polnische Gruppe never again und Fangruppen aus ganz Deutschland.«
Online: Badische Zeitung¹ BKZ Online¹ idowa mediendienste¹ Allgemeine Zeitung, Rhein-Main-Presse¹
ARD¹ KZ-Gedenkstätte: Fußballfans legen Kranz
nieder (23.6.2006): Einen Tag vor dem ersten Achtelfinal-Spiel der Fußball-WM
haben Fan-Gruppen aus England und Deutschland heute gemeinsam die KZ-Gedenkstätte Dachau
besucht.
Mit einer Kranzniederlegung gedachten die rund 100 Fußballfans der Opfer des
ehemaligen Konzentrationslagers. Mit dieser Aktion wolle man auch ein Zeichen gegen
übersteigerten Nationalismus beim Fußball setzen, sage Mark Perryman, der Initiator des
Besuchs von der Vereinigung London-England-Fans. Gerade in England diene der Fußball
immer wieder als Anlass für Gewalt gegen Minderheiten oder für das Singen alter
Kriegslieder. Mit dieser Aktion wolle man deutlich machen, so Perryman, dass Hass und Rassismus
nichts mit Fußball zu tun hätten.
An dem Fan-Besuch nahmen neben rund
60 Fußball-Anhängern aus England auch 40 Fans aus München, Dortmund und Hamburg
teil. Die ursprünglich ebenfalls geladenen Fans aus Polen waren wegen ihres raschen
Ausscheidens aus dem WM-Turnier nur mit einem offiziellen Fan-Gesandten zugegen.
<- T-Shirt-Motiv der LondonEnglans Fans: »What does this mean?
Pissed and bald from Berlin?«»Es scheint sich was zu ändern« titelt Tim Jürgens sein Interview mit Mark Perryman: »Vergessen wir das Image vom saufenden, grölenden Hooligan. England-Fans sind viel besser als ihr Ruf, sagt Mark Perryman. Anlässlich der WM organisiert der Aktivist der London England Fans ein Treffen englischer, deutscher und polnischer Fußballanhänger in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers in Dachau. Als London England Fans versuchen wir, die Freundschaft zu Fans anderer Nationen durch gezielte Aktionen zu intensivieren. Alle Welt denkt, England-Fans seien stets auf Krawall aus Wir bringen bei dieser WM Engländer und Deutsche zusammen, um zu zeigen, dass wir fast ausschließlich in friedlicher Mission kommen. Das Motto unserer Aktion lautet: Never forget, never again. Die Gräuel des Krieges dürfen nicht vergessen werden. Die Engländer sollen aber erkennen, dass die Deutschen den Holocaust als schlimmstes Kapitel ihrer Geschichte begreifen und alles dafür tun, dass Gaskammern für immer der Vergangenheit angehören.«
Online: 11 Freunde¹ Tagesspiegel¹
(foto lfgr-jk): »Vereint durch unsere Liebe zum
Fußball
« -> EDFF.net¹ Dachau: Internationale Fußballfans
schwören "Niemals vergessen, nie wieder zulassen!" (23.6.2006): Die
Fußballweltmeisterschaft ist die größte und populärste Sportveranstaltung
der Welt. Sie ist aber oft genug auch ein Anlass, Nationalismus in seiner schlimmsten Form zum
Vorschein zu bringen. Betrachtet man die Engländer im Speziellen, so entspringt ein
Großteil dieses Nationalismus den Vorgängen rund um den 2. Weltkrieg.
"Laßt uns die einmalige Chance nutzen und ein Zeichen setzen", sagte
Mark Perryman von den LondonEnglandFans bei einer Veranstaltung vor wenigen Wochen in London.
Perrymans Idee bestand darin, die Weltmeisterschaft zu nutzen, um ein gemeinsames Statement von
polnischen, deutschen und englischen Fußballfans abzugeben. Wir wissen, was in der
Vergangenheit geschehen ist, wir blicken zurück und haben gelernt: Die heutige Generation von
Engländern, Polen und Deutschen haben gemeinsame Interessen und bauen an einer gemeinsamen
Zukunft. Am 23. Juni besuchen Fußballfans dieser drei Länder in einer gemeinsamen
Veranstaltung die Gedenkstätte Dachau und werden einen Kranz niederlegen.
"Vereint durch unsere Liebe zum Fußball werden wir als Fans dem Grauen
des Holocaust gedenken. Diese schlimmste Episode menschlicher Geschichte ist etwas, das sich
niemals wiederholen und daher nie vergessen werden darf", lautet das Motto.
Die Fans der drei Nationen wollen damit ein Zeichen setzen und so deutlich wie nur
möglich vermitteln, dass jegliche Rivalität auf dem Feld nur auf Fußball und
ausschließlich auf Fußball bezogen sein sollte. Krieg ist ein zu ernstes Thema um es
für einen Fußball-Song zu missbrauchen.
Nach dem Besuch in Dachau
werden die Fans nach München fahren, das historische Gelände der Münchener
Löwen besuchen und den Tag gemeinsam auf dem Gelände des TSV Maccabi München mit
einem Fußballturnier und einem Bier ausklingen lassen. Vereint durch unsere Liebe zum
Fußball, getrennt nur durch ein Stück Rasen. Daher wollen wir gemeinsam durch den
Besuch von Dachau bezeugen: "Niemals vergessen, nie wieder zulassen!"
(foto lfgr-jk): Mauern altern, Emotionen
bleiben gegenwärtig. -> Presseerklärung von / press release by Maccabi GB (engl.): »Maccabi Great Britain is currently working on a joint project with the England Fans Committee to organise a visit to Dachau Concentration Camp, which will include a wreath-laying ceremony, for groups of fans from England, Poland and Germany.«
Presseerklärung von / press release by Fare
Kick it Out (engl.): »More than 150 fans will travel to Dachau where they will hear from two holocaust survivors and be shown the first concentration camp to be set up by the Nazis, culminating in a wreath laying ceremony. Fans from Poland and Germany will also join the event. The initiative has been organised by Maccabi GB, a UK based Jewish community sports group, and LondonEnglandFans, supported by football's anti-racism campaign in the UK, Kick It Out.«
Manchester Evening News - weblog (engl.): »THERE are 3.8million tickets for the World Cup, and twice that number of people were murdered in the space of six years.«
Associated Press (engl.): »With the Dachau concentration camp as their backdrop, soccer fans on Friday warned of the danger hate poses to the sport.«
il manifesto (mit deutscher Übersetzung): »Gestern haben sich etwas über hundert Fans getroffen, um daran zu erinnern, dass zum Fußball auch Geschichte gehört, Antirassismus und Kultur«.