Auswärtsfahrt: Drei Tore, drei Punkte, drei Stiche oder die LFGR in Bremen
Wenn die Löwen mit nur einem Punkt aus drei Spielen starten, und wenn der K. 40 wird, dann ist das für viele LFGR-ler Grund genug, nach Bremen zu fahren. Der Rest blieb in München und unterstützte die Kiez-Kicker bei ihrem Auswärtsspiel bei dem anderen Verein.
Schon am Freitagnachmittag machten sich die ersten bei brütender Hitze auf dem Weg, voll
bepackt mit Reiseproviant einer Münchner Brauerei. Genaueres weiß ich von der Fahrt
nicht, aber sie haben uns erklärt, dass die Gesichter auf den Fotos deshalb so rot
wären, weil die Klimaanlage im Zug nicht funktionierte.
Wir folgten ihnen nach Bremen am Samstag, allerdings ohne erwähnten Proviant. Als wir um 12:50 Uhr in Bremen ankamen, empfingen uns die anderen schon am Bahngleis.
Von dort aus ging es Richtung Is's WG, die für uns ein Zimmer bereithielten. Nach ca. einer Viertelstunde erreichten wir unser Ziel und um 14:00 Uhr machten wir uns schließlich alle auf in Richtung Stadion. Da ja Bremen eine recht kompakte Stadt ist, liefen wir den Weg zum Stadion zu Fuß. Für Rolli-Fahrer gibt es Super-Plätze, und die Bremer machen das, was ich mir für München immer wünsche, sie haben mir einen Platz direkt vor der Löwenkurve reserviert. Man sieht: ES GÄHD HOID DOCH!
Den Spielbericht schenk ich mir, Super-Löwen, Auswärtssieg! Aber eins hat sich gezeigt, dass nämlich unsere Götter in Orange nicht so richtig mit den Fans einen Sieg feiern können.
Sie kamen zwar in die Kurve, haben aber nicht geschnallt, dass die Bremer Ordner schon wieder mitgedacht, die Werbereiter beiseite geschoben und die Absperrung zur Fankurve geöffnet haben. Abklatschen am Zaun wär also möglich gewesen aber das hat der Herr Lorant mit ihnen wahrscheinlich noch nicht trainiert!
Bei diesem Trubel habe ich gar nicht mitbekommen, dass unsere I. für diesen Sieg bitter leiden musste: Hat doch irgendein Idiot vom oberen Rang aus seinen Bierbecher genau auf I.s Kopf geworfen. Vor dem Stadion saß sie im Notarztwagen, einen riesigen Verband um den Kopf, aber sie strahlte schon wieder; W., der den Beifahrer machte, war auf alle Fälle viel blasser. Dann ging es ab ins Krankenhaus; weil I. aber schon wieder so gut drauf war, waren wir zuversichtlich, dass die bevorstehende Geburtstagsfete gerettet war.
Da Is unser Grillen auf ihrer Dachterasse vorbereiten musste, seilten K., E. und ich mich ab. Unsere Bremer Freunde, J. und H., schwärmten nämlich von einem Biergarten. In Sachen Biergärten sind die Bremer wirklich sparsam, nach einem endlosen Fußmarsch in brütender Hitze und mit wahnsinnigen Siegesdurst landeten wir dann doch in dem Bremer Biergarten.
Als wir gerade dabei waren zu gehen, kam die Bedienung mit vier Caipis vorbei, die sie nicht los brachte, also blieben wir noch eine Viertelstunde länger. Danach ging es durch ganz enge Gassen zurück zu Is.s WG.
I. und W. waren in der Zwischenzeit auch aus dem Krankenhaus wieder da. Die Platzwunde musste genäht werden, aber I. war schon wieder fit und gut drauf wie immer, und wir hatten unseren Slogan:
3 TORE, 3 PUNKTE, 3 STICHE
Wir feierten dann bis in den frühen Morgen in K.'s Geburtstag rein (Danke Fr. K. für Super-Einlagen, danke T. für den Nachschub an Sauren, und Superdank an Is. für alles). Dies war einem der anderen Hausbewohner dann zuviel, er meinte, bei einem Löwensieg und diesem super Wetter gegen feiernde Münchner unter seinem Fenster einschreiten zu müssen. Wir aber waren so milde gesonnen, dass der Eimer Wasser, mit dem er uns erfrischte, unsere Meinung nicht veränderte:
Bremen ist immer eine Reise wert.
Am nächsten Tag fuhren wir alle ziemlich geschafft nach München zurück.
Ich hoffe, dass wir noch viele Auswärtsspiele zusammen so erfolgreich mit unserer Mannschaft bestreiten. Ich bin wieder mit dabei.
Bis dann,
Euer A., LFGR, August 2001
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