Stadionmärchen
Es war einmal ein glatzköpfiger, kräftiger Nazi-Skin, der stand eines schönen und heißen Nachmittags umgeben von mehreren jungen Möchtegern-Mode-Skins inmitten einer Arena in München um sich am Fußballspiel zu erquicken. Da die Sonne jedoch unbarmherzig vom Himmel schien und das Spiel nur mäßig interessant war (man war im Begriff, 0:4 zu verlieren) kam dieser junge Mann auch noch auf andere Gedanken
Zur selben Zeit betrug es sich nämlich, dass zwei Getränkemenschen mit großen Fässern auf dem Rücken sich aufmachten, um die Menge zu erfrischen. Diese zwei Händler augenscheinlich ausländischer Abstammung verfügten dabei über das Missgeschick, in die Nähe des soeben genannten glatzköpfigen Mannes zu geraten.
Selbiger war wohl von der Hitze oder dem schlechtem Spiel seiner Mannschaft (oder sollten da noch andere Gründe vorliegen?) etwas schwach in den Windungen seines Gehirnes und fing an, diese beiden Getränkehändler zu beschimpfen und zu bespucken Die Beschimpfungen bezogen sich auf die nicht-deutsche Abstammung der beiden arbeitenden Menschen. Es entwickelte sich ein lauteres Wortgefecht, in welches sich auch die grün gekleideten Schergen des Staates einmischten. Man sollte annehmen dass sich daraufhin die Lage für unsere beiden Getränkemenschen zum Guten entwickeln und der Unhold des Platzes verwiesen würde. Dies geschah jedoch nicht. Es war vielmehr so, dass die beiden Händler aufgefordert wurden, ihre Arbeit nicht mehr in den unteren Rängen des Blockes F1 zu verrichten und die stadioneigenen Schergen wachten mit scharfen Auge auf Einhaltung dieser Regelung.
Nun, was den großen Skin mit seiner jungen Anhängerschaft betrifft: Wenn er nicht gestorben (oder des Stadions verwiesen) ist, dann steht er da noch heute.
Ein Stadionmärchen oder vielleicht doch wahr?
LVt, Juli 2001
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