Warum man lieber keinen Stress mit Karl-Heinz Wildmoser haben sollte
Spiegel-Online, »11 Freunde«, 23.10.2001
Die wöchentliche Exklusiv-Kolumne von Deutschlands bestem Fußball-Fanzine. Heute: Warum man lieber keinen Stress mit Karl-Heinz Wildmoser haben sollte und andere Lachgeschichten.
Viele Anhänger des TSV 1860 München sind nicht besonders gut auf ihren Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser zu sprechen. Weil er Mitglied beim FC Bayern ist, weil er gemeinsam mit Kaiser Franz ein neues Stadion baut und weil er Kritiker im eigenen Verein ganz im Stile eines Sonnenkönigs am liebsten verbieten würde. Das könnte bald so weit sein. Ein junger Löwen-Anhänger, der Wildmoser anlässlich eines Amateurspiels beschimpft hatte, bekam letzte Woche schon mal zu spüren, dass man sich mit ihm besser nicht anlegt. Pünktlich um 6.55 Uhr schellte es an seiner Wohnungstür, und zwei Kriminalpolizisten hielten dem verdutzten Fan einen hochamtlichen Durchsuchungsbefehl unter die Nase. Das schwerkriminelle Delikt: Beleidigung seiner Majestät Karl-Heinz. Der königlich-bayrische Stoßtrupp durchkämmte die Wohnung und widmete sich insbesondere Schreibtisch und Computer. Zwecks Beweissicherung, reine Routine. Über die Gründe für den frühmorgendlichen Termin der Hausdurchsuchung schwiegen sich die Beamten jedoch aus. Ob Verdunklungsgefahr bestand, wo es doch draußen gerade erst hell wurde? Oder Fluchtgefahr, weil der Wohnungsinhaber Brötchen holen wollte? Vielleicht ist die Razzia ja aber auch ein Beweis für die effektive Zusammenarbeit mit dem FC Bayern. Dessen Motto lautete schließlich schon vor Jahren: »Die Bullen kommen!
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